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Ein geisterfülltes Willkommen für Patrick

Am 2. Fastensonntag ein wichtiges Ereignis in der 9-Uhr-Messe / St. Elisabeth: Patrick, in evangelischer Kirche getauft, wurde (wie seine Familie) in die Gemeinschaft der Katholischen Kirche aufgenommen.

Die Messe war fastenzeitgemäß gestaltet – die thematische Grundlinie drehte sich um im Evangelium anklingende Grenzen (vgl. Predigt unten).

Nach dem gemeinsamen Bekenntnis des Glaubens wurde Patrick in die Gemeinschaft unserer Kirche aufgenommen – liebevoll von seiner Gattin, seinen Eltern, Schwiegereltern und Kindern umgeben. Wasser wurde gesegnet – mit dem „Asperges“-Besprengen die gemeinsame Taufe wach gerufen.

Sodann – wie bei Aufnahmen von Erwachsenen üblich – wurde Patrick gefirmt: „Sende ihm deinen Heiligen Geist, den Beistand…; Patrick, sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist!“

Im zuerst persönlich ihm gegebenen und dann in der ganzen Feier-Gemeinde geschenkten Friedensgruß ging fröhliche Stimmung durch die Feier, die in der Eucharistie ihre Fortsetzung fand.

Und natürlich wurde anlassgemäß für die schwierige Situation im Iran gebetet: Für alle vom Krieg Betroffenen jeglicher Nation: Um Frieden und Gerechtigkeit, Freiheit und eine heilvolle Zukunft!

Willkommen, lieber Patrick, in unserer Gemeinschaft – Gott be-GEIST-ere Dich auch auf allen zukünftigen Wegen Deines Lebens!

Fotos: Bernhard Cantzler. 

Predigt von Pfarrer Gerald – 2. Fastensonntag 2026; Baustein: Grenzen

Wann seid Ihr zuletzt an eine Grenze gestoßen?

Ich meine nicht die Landesgrenze oder ein Tempolimit, sondern innerlich.
Dieser Moment, in dem Ihr sagt:
              „Ich kann nicht mehr.“
              „So geht es nicht weiter.“
              „Das schaffe ich nicht.“

Wir reden viel von Freiheit. Von Selbstverwirklichung. Von Möglichkeiten ohne Ende.
Und doch ist unser Leben voll von Grenzen.

Im Psalm 147 heißt es – es begleitet seit Aschermittwoch uns durch die Fastenzeit: „Er verschafft deinen Grenzen Frieden.“
Da steht nicht: Er hebt deine Grenzen auf.
Sondern: Er schenkt ihnen Frieden.

Vielleicht ist das eine Spur für die Fastenzeit. Es geht nicht darum, grenzenlos zu werden. Sondern darum, heilvoll mit den eigenen Grenzen zu leben.

Der Baustein (groß vor Altar, klein als Symbol und Fastenzeit-Begleiter) allen mitgegeben erinnert daran:

Ein Baustein ist nie neutral. Er baut. Die Frage ist: Schutzraum – oder Mauer?

1. Räume der Geborgenheit, in denen Leben wachsen kann: Am Brunnen begegnet Jesus der Samariterin (vgl. Jh 4): Er stellt sie nicht bloß. Er drängt nicht. Er eröffnet „Raum“.

Er blickt sie liebevoll an! Und plötzlich kann sie sprechen: wahr, frei, ohne Maske.

So sehen bergende Grenzen aus: Ich darf sein. Ich werde ernst genommen. Ich wachse.

Wo so gebaut wird, fließt „lebendiges Wasser“ (vgl. Jh 4,13-15), blüht Leben auf!

2. Mauern, die Leben ersticken

Andere Bausteine machen eng, es sind Ziegelsteine aus Angst, Rechthaberei, Verletzung.

Sie trennen Menschen, vergiften Beziehungen, verhärten Herzen – hetzen auf und machen andere klein, engen ein.

„Mit dir erstürme ich Wälle, mit meinem Gott überspringe ich Mauern.“ betet dagegen der Psalmist (Ps 18,30) Gott sprengt nicht jeden Wall. Aber er gibt Kraft, ihn zu überwinden.

Österliche Bußzeit – Fastenzeit – Zeit, wo wir uns fragen können: Welche Bausteine halte ich fest? Welche sollte ich loslassen, welche heilvoller einsetzen? Wie baue ich heilvolle und friedvolle Grenzen?!

Im heutigen Evangelium gehen Jesus und drei Jünger auf einen Berg.
Der Berg ist ein Grenzort – zwischen Himmel und Erde. Dort wird der Blick klarer. Man sieht weiter. Tiefer. Über das Alltägliche hinaus.

Für die Jünger öffnet sich eine Grenze – die des bisherigen Wahrnehmens.

Denn genau dort erleben sie einen Lichtmoment, eine Sternstunde. Jesus wird verwandelt. Für einen Augenblick wird sichtbar, wer er wirklich ist.

Vielleicht kennt Ihr solche Momente.
Augenblicke tiefer Liebe, wo Liebe zu einem Menschen plötzlich ganz andere Dimensionen annimmt.
Erfahrungen von „Trost“ im eigenen Herzen.
Sternstunden des Glaubens.
Ein inneres Aufleuchten, in dem alles stimmt.

Petrus will diesen Moment festhalten. Hütten bauen. Bleiben. Verständlich.
Aber wenn man Sternstunden festhält, wird der Schutzraum schnell zur toten und erstickenden Mauer.

Solche Momente sind nicht zum Konservieren da, sondern zum Durchspüren.

Und mitten hinein spricht die Stimme: „Auf ihn sollt ihr hören.“

Darum geht’s: Auf IHN hören. Nicht auf jede Stimme.
Nicht auf die inneren Antreiber, die ständig sagen: Du musst mehr. Du musst besser. Du darfst keine Schwäche zeigen.
Nicht auf die Stimmen, die Angst machen oder überfordern.

„Auf ihn sollt ihr hören.“

In der Bibel führt Gott Menschen immer wieder durch Grenzen ins Leben:
Abram bricht in er 1. Lesung auf: Er hört auf Gott und setzte es um: Er lässt einengende Grenzen der Groß-Sippe zurück, befreit sich von einem übergroßen Norm-Zusammenhang – er bricht auf und geht ins Land des Heiles.
Später hört das Volk Israel auf Gott – und zieht durch das Meer in die Freiheit.
Am Sinai werden Gebote geschenkt – nicht als Einengung, sondern als Leitplanken, als heilvolle Grenzen zur Freiheit und zum Leben. Heilvolle Grenzen als Weg zum Heil.

Auf Christus hören heißt auch: sich abgrenzen.
Von Überforderung – aber auch von Bequemlichkeit, die mir sagt, dass eh alles egal wäre oder ich mich mit mir selbst begnügen soll.
Wie kann ich diese Stimme Gottes von anderen unterscheiden?

Oft ist es ein Weg, den eigenen Sehnsüchten trauen, ihnen sorgsam nachzugehen.
Ein wichtiger Weg, Gottes Stimme zu hören, ist, dem eigenen Gewissen Raum zu geben.
Die Momente ernst nehmen, in denen Ihr innerlich aufblüht oder getröstet werdet; bei Ignatius von Loyola ist der wirkliche, ehrliche und tiefe „Trost“ das Kriterium, ob eine Stimme von Gottes Geist kommt oder vom „Un-Geist“.

Und dann kommt der Abstieg vom Berg.
Zurück in den Alltag. Die Sternstunde ist nicht für die Dauer. Es geht nicht um das Genießen spiritueller Momente und es mr dann verzückt in ihnen gemütlich zu machen: Nein: Es soll mich für’s alltägliche Leben inspirieren – dort gilt es, die Welt zum Heil mitzuverändern!

Aber wer dort gehört hat, wessen Blick geklärt wurde, der geht anders hinunter.

Fastenzeit heißt nicht: Grenzen sprengen.
Sondern: in ihnen neu Frieden finden.
Und auf den hören, der ins Leben führt.