Tauferneuerung und Taufen

Mitten im Leben:
Tauferneuerung und Taufen unserer Erstkommunionskinder
So, 12. 4. 2026 – St. Elisabeth

Am vergangenen Sonntag wurde es in unserer Kirche wieder lebendig und farbenfroh. Gemeinsam mit den Erstkommunionskindern feierten wir die Tauferneuerung – ein Fest, das jedes Jahr aufs Neue spürbar macht, wie sehr Glaube und Gemeinschaft zusammengehören.

In diese dichte und frohe Atmosphäre hinein baten heuer zwei Kinder um das Sakrament der Taufe und durften es auch empfangen: Leonie und Romy. Ein besonderer Moment, der viele berührt hat.

Es ist immer wieder eindrucksvoll, wenn die Kinder mit ihren Taufkerzen rund um den Altar stehen – eingekleidet in ihre selbst gebastelten Tauf-T-Shirts, die sie bei den Gruppenstunden gestaltet haben – und bewusst ihr Taufversprechen erneuern. Da wird etwas sichtbar von dem, was sonst oft nur im Verborgenen wächst.

Verschiedene Augenblicke zeigen, dass Glaube tatsächlich weiterwächst – manchmal leise, aber doch nachhaltig. Wie gewohnt wurde viel gesungen – schwungvoll und mit Bewegung. Und auch wenn es für manche noch ein kleiner Schritt ist: Immer mehr Erwachsene lassen sich darauf ein. Es darf ruhig ein bisschen ungewohnt sein – oft liegt genau darin ein besonderer Zugang. 😉

In der Vorbereitung auf die Erstkommunion bleibt uns wichtig, dass Gemeinschaft nicht nur ein Wort ist, sondern erlebt werden kann. Dazu gehört ganz selbstverständlich auch das anschließende Pfarrcafé: ein Ort für Begegnung, Gespräche und für die Kinder einfach Zeit zum Spielen und Zusammensein.

Fotos: Ute Schellner

Wenn die Nacht aufbricht: Auferstehung feiern

Wenn die Nacht aufbricht: Auferstehung feiern

Osternacht 2026 in St. Elisabeth

Oster-So, 5. April 2026:Noch tief in der Nacht (4:30 Uhr) versammelte sich die Gemeinde vor der Kirche – rund um das Osterfeuer. Dort wurde Altes bewusst losgelassen: Zeichen, Texte und Überreste aus der vergangenen Zeit gingen in Flammen auf – auch die alten „Heiligen Öle“: Ein stilles, starkes Zeichen: Neues darf beginnen.

Von diesem Feuer her wurde die Osterkerze entzündet und in die dunkle Kirche getragen. Mit ihr kam das Licht – und mit dem feierlichen Osterlob brach sich die Freude Bahn: Christus hat das Dunkel überwunden.

In mehreren Lesungen wurde die große Geschichte Gottes mit den Menschen wachgerufen: Befreiung, neues Leben, Verheißung. Schritt für Schritt wuchs die Feier auf Ostern hin – bis im Gloria mit Glocken, Licht und Gesang die Auferstehung förmlich aufleuchtete. Sichtbar wurde das auch in einem besonderen Zeichen: Aus den Bausteinen der Fastenzeit hat Christoph Bauer einen wunderschönen Leuchter für die Osterkerze gestaltet: Das Licht wächst aus dem, was wir am Karfreitag zu Gott gebracht haben!

Die Schrifttexte führten weiter zur Mitte des Festes: Christus ist auferstanden – und begegnet uns nicht fern, sondern mitten im Leben, konkret im Alltag („Galiläa“). Diese Zusage wurde in der Feier der Tauferneuerung persönlich: Wasser wurde gesegnet, das eigene Taufversprechen erneuert – ein bewusstes Ja zum Leben aus der Auferstehung.

In der Eucharistie verdichtete sich alles, was in dieser Nacht gefeiert wurde. Die anschließende Speisensegnung vor der Kirche führte das Fest in den Alltag weiter – verbunden mit kleinen österlichen Zeichen, die jede und jeder mit nach Hause nehmen konnte.

Mit dem anbrechenden Morgen klang die Liturgie aus – und ging im gemeinsamen Frühstück weiter: Ostern zum Schmecken und Teilen.

Am späteren Vormittag wurde das Fest in einer weiteren feierlichen Messe fortgesetzt, musikalisch besonders gestaltet durch unseren Pfarrchor St. Elisabeth unter der Leitung von Daniel Mair.

Ein herzliches Danke gilt allen, die diese intensiven Tage mitgetragen und mitgestaltet haben – sichtbar und im Hintergrund.

Christus ist auferstanden – er ist wahrhaft auferstanden!

Fotos: Ute Schellner

Ein Abend, der unter die Haut geht

Zwischen Kreuz und Klage:
Ein Abend, der unter die Haut geht
Karfreitag in St. Elisabeth – 3. 4. 2026

Der Karfreitag begann am Nachmittag mit einer intensiv mitgefeierten Kreuzwegandacht – heutige Situationen von Krieg und Leid prägten die Andacht. Um 15 Uhr – zur überlieferten Todesstunde Jesu – wurde bewusst innegehalten: „Es ist vollbracht.“

Am Abend setzte sich die Feier der drei österlichen Tage fort. Schlicht und eindringlich der Beginn: kein Einzug, sondern ein stilles Sich-Hinwerfen vor Gott. Worte aus dem Hebräerbrief erinnerten daran, dass Christus unser Leben kennt, mitträgt und vor Gott bringt.

Im Wortgottesdienst wurde die Passion ungewöhnlich lebendig: Fünf biblische Gestalten – Petrus, Veronika, Simon von Cyrene, Maria aus Magdala und Johannes – gaben der Leidensgeschichte ihre Stimme. Aus verschiedenen Perspektiven wurde spürbar: Dieses Geschehen ist kein fernes Ereignis. Es berührt uns!.

In seiner Predigt stellte Pfarrer Gerald die Beziehung zu unserem Leben her: „Jetzt gilt es vom Zuschauen ins Handeln zu kommen; Karfreitag ist kein Theater, es geht nicht um ‚die damals‘. Es geht um uns – heute.“ Und er zitierte aus dem Text eines Liedes, das in Folge beim Tanz anklang: „Ich höre Dein SOS, Dein SOS“.

Nach meditativen Klängen des St.-Elisabeth-Chores galt es, die eigenen Tod-Situationen mit dem die Österliche Bußzeit begleitenden „Baustein“ zu verbinden oder auf kleine Zetterl zu schreiben.

Musik und stille Momente öffneten Raum, eigene Erfahrungen von Bruch und Grenze vor Gott zu bringen – sichtbar gemacht in aufgeschriebenen Gedanken und Symbolen.

Dann wurde das große Kreuz herein gebracht und in 3 Stationen vorgetragen, sowie enthüllt.

Alle waren eingeladen, den eigenen Kreuz-Situationen intensiv nachzufühlen. Diese Meditation fand dann Höhepunkt in einem beeindruckenden, von Raphaela Hauck vorgetragenen Ausdruckstanz zu Hilflosigkeit und Gottesfrage („Mein Gott – wo bist Du? Warum hilfst Du nicht?“).

Bei der Kreuzverehrung trugen die Mitfeiernden dann ihren Stein zum Kreuz, steckten ihre Zettel in die aufgestellte „Klagemauer“; andere verehrten mit Kniebeuge, Gebetsstille, Blumen oder Berührung.

Die großen Fürbitten weiteten schließlich den Blick auf die Not der Welt. Aktuelle, eingeblendete Bilder und Anliegen verbanden persönliches Erleben mit globalem Leid – getragen im gemeinsamen Gebet bis hin zum Vaterunser.

Am Ende kein Abschluss im eigentlichen Sinn: Während die „Grablegung Jesu“ verkündet wurde, zog die Feier in die in den Duft verglühender Myrrhe getauchte Kapelle weiter. Dort klang der Abend offen aus – im Angesicht von Tod und Stille, die noch keine Antwort kennt.

Fotos: Ute Schellner, Selina Hauck

Wenn die Nähe Gottes konkret wird…

Gründonnerstag in St. Elisabeth

Mit dem Gründonnerstag begann in St. Elisabeth die Feier der österlichen drei Tage. Nach einer gemeinsamen Vorbereitung aller Mitwirkenden im Pfarrhaus zogen die „Dienste“ feierlich in die Kirche ein. Dabei wurden auch die frisch im Stephansdom geweihten heiligen Öle mitgebracht: das Katechumenenöl, der Chrisam und das Krankenöl – sichtbare Zeichen für die Sakramente und das Leben der Kirche.

Die Feier nahm ihren Ausgang beim Pessachmahl, das auch Jesus an diesem Abend begangen hat. In der Verkündigung wurde deutlich: Als Christinnen und Christen glauben wir nicht an einen fernen Gott – sondern an einen, der sich im gemeinsamen Mahl, im gebrochenen Brot, ganz konkret schenkt. Diese Gegenwart zeigt sich ebenso im Auftrag Jesu, einander zu dienen: „Dort ist der Herr genau so da, wie in der Eucharistie“ wie Pfarrer Gerald im Hinblick auf das Evangelium ausführte.

Ein starkes Zeichen dafür war die Einladung zur Handwaschung und anschließenden Salbung: sich berühren lassen, sich stärken lassen – und selbst zum Segen für andere werden.

Dann die Eucharistie, in der die Pfarrgemeinde ihr Leben mit einem gemeinsamen, großen Brot und einem gut gefüllten Krug Wein vor Gott brachte – Wandlung und genau darin Seine Gegenwart feierte. Danach ging die Feier in eine schlichte Agape über, bewusst kurz gehalten, ganz im Sinne des biblischen „esst es hastig“.

Der Abend führte schließlich in die Stille: Gemeinsam wurde das Allerheiligste in die Kapelle übertragen, wo ein kurzes Ölberggebet Raum gab, das eigene Leben vor Gott zu bringen und mit ihm zu wachen.

Ohne eigentlichen Abschluss ging die Liturgie in die Nacht über: Der Altar wurde abgedeckt, die Zeichen der Feier entfernt – und die Gemeinde trat ein in die Erwartung des Karfreitags.

Text: Gerald Gump
Fotos: Ute Schellner

Zwischen Jubel und Entscheidung

Palmsonntag 2026 in St. Elisabeth:

Zwischen Jubel und Entscheidung

Mit einer großen Schar von Mitfeiernden begann am Sonntag, 29. März 2026, in St. Elisabeth die Feier des Palmsonntags – und damit der bewusste Eintritt in die Heilige Woche. Auch kaltes Wetter, Wind und Regen konnten die Pfarrgemeinde nicht abhalten, den Auftakt „draußen“ zu feiern. Pfarrer Gerald meinte augenzwinkernd: „Jesus hat ja auch nicht zu Pilatus gesagt: Gell – das Wetter ist mies, verschieben wir doch die Kreuzigung…!“ 😊

Der Gottesdienst war geprägt von drei eindrücklichen Stationen, die den Weg Jesu nicht nur nachzeichneten, sondern auch in die Gegenwart hinein übersetzten.

1. Station: Segnung der Palmzweige beim Theater Akzent
Zu Beginn stand die Segnung der Palmzweige vor dem Theater Akzent. Nach dem Evangelium vom Einzug in Jerusalem griff Pfarrer Gerald ein besonderes Detail aus dem Matthäusevangelium auf: Zwei Tiere sind genannt – eine Eselin und ihr Fohlen. Was zunächst ungewöhnlich wirkt, verweist auf die tiefe Verwurzelung Jesu in den Verheißungen des Alten Testaments.

Jesus geht seinen Weg nicht zufällig, sondern in innerer Klarheit – wie ein Zugvogel, der seinem Ziel folgt. Darin liegt auch eine Einladung an uns: unserem inneren „Zug“ zu vertrauen – dem, was trägt, auch durch Schwieriges hindurch. Jesus geht diesen Weg unabhängig von Applaus oder Widerstand – und teilt dabei das menschliche Schicksal, um es auf Leben hin zu wenden.

2. Station: Innehalten vor der „zugemauerten“ Kirchentür
Vor den mit Bausteinen – dem heurigen Fastenzeitsymbol – „zugemauerten“ Kirchentoren wurde bewusst innegehalten. Die verschlossene Tür wurde zum starken Symbol für Barrieren in unserem Leben, die uns oft allzu leicht von unserem Weg abbringen.

Die Mitfeiernden waren eingeladen, innerlich „abzulegen“, was ein bewusstes Mitgehen verhindert: bloßes Mitlaufen, religiöse Routine oder Gleichgültigkeit gegenüber Gott und dem Leid der Welt. Sichtbar wurde dies auch im gemeinsamen Handeln: Die Mauer wurde Schritt für Schritt abgetragen – zunächst durch Pfarrer Gerald, dann mit Unterstützung engagierter Mitfeiernder.

3. Station: In der Kirche – die Passion
In der Kirche wurde die eindrucksvolle Passion nach Matthäus mit verteilten Rollen vorgetragen. Die Mitfeiernden waren als „Volk“ aktiv einbezogen und konnten mit den projizierten Texten mitsprechen.

In der Predigt wurde das Symbol des Ziegelsteins weiter vertieft: Bausteine können Mauern der Angst errichten – oder tragende Grenzen bilden, die Leben schützen und Entwicklung ermöglichen.

Der Blick richtete sich dabei auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen: Die Dynamik der Menschenmenge, die am Palmsonntag „Hosanna“ ruft und wenig später „Kreuzige ihn“, zeigt, wie formbar Stimmungen sind. Diese Erfahrung ist hochaktuell: Vereinfachungen, klare Feindbilder und emotionale Zuspitzungen prägen auch heute öffentliche Diskurse.

Deutlich wurde: Die Gefahr liegt nicht nur „bei den anderen“, sondern in der eigenen Bereitschaft, sich treiben zu lassen. Glaube bedeutet daher, nicht einfach mitzulaufen, sondern zu prüfen, Haltung zu zeigen und sich bewusst zu entscheiden.

Jesus selbst wird dabei zum Gegenbild: Er nutzt keine Emotionen aus, sucht keine Macht, sondern lebt Klarheit ohne Härte und Standfestigkeit ohne Gewalt. Er baut keine Mauern der Angst, sondern eröffnet Räume, in denen Würde, Wahrheit und Liebe wachsen können.

Eine lebendige Feier der ganzen Gemeinde
Ein besonders schöner Moment war, als die Kinder aus der voll gefüllten Kinderkirche im Pfarrsaal zur Gabenbereitung in die Kirche zurückkehrten und so ihre eigene lebendige Erfahrung in die gemeinsame Feier einbrachten.

In der Eucharistie fand schließlich alles seinen Höhepunkt.

Nach der Festmesse klang der Vormittag im Pfarrsaal beim Ostermarkt aus – die Heilige Woche hat spürbar kraftvoll begonnen.

Fotos: Ute Schellner

Der Geschmack des Guten

Fastensuppe in St. Elisabeth: Sa, 21. + So, 22. 3. 2026

Helfen, Empathie mit den Frauen des globalen Südens, Gutes tun schmeckt. Das konnten wir an diesem Wochenende in St. Elisabeth erleben.

114 Gläser Suppe verteilten wir Samstagvormittag am Kirchenplatz. „So toll, dass Ihr das macht!“, durfte ich sehr oft hören. Viel Wertschätzung, freundliches Lächeln und großzügige Spenden. 21l Suppe in Töpfen wurden am Sonntag von rund 40 Leuten gegessen. Miteinander essen und ein bisschen Leben teilen, mit Menschen, die unbekannt waren, ins Gespräch kommen, kennenlernen dürfen. „Gutes Tun kann so gut schmecken!“

€ 1.402,50- Euro dürfen wir an die Katholische Frauenbewegung für die großartigen Projekte für Frauenempowerment in Ostindien weitergeben – gegen Gewalt, gegen Unterdrückung, für Selbstbestimmung und ein Leben in Frieden für die Frauen in Jharkhand.

Danke an Gottfried, Sonja, Conny, Moni, Sissa, Christiane, Romana, Kathi, Robert, Lisi, Joni, Paul, Nelli, Lotti, Susi, Dani, Peter, Regina, Desi und Tina fürs Gläser Sammeln, Einkaufen, Gemüse Schnippeln, Kochen, Abfüllen, Suppe-im-Glas Ausgeben, Saal fürs gemeinsame Essen Herrichten und Wegräumen – für Euer Engagement, Eure Freude am Tun, Euer Mitgefühl für die indischen Frauen in Not, Eure Bereitschaft Eures beizutragen, um die Welt ein kleines Stück besser zu machen.

Text: Nina Sevelda-Platzl
Fotos: Ute Schellner

Ein geisterfülltes Willkommen für Patrick

Am 2. Fastensonntag ein wichtiges Ereignis in der 9-Uhr-Messe / St. Elisabeth: Patrick, in evangelischer Kirche getauft, wurde (wie seine Familie) in die Gemeinschaft der Katholischen Kirche aufgenommen.

Die Messe war fastenzeitgemäß gestaltet – die thematische Grundlinie drehte sich um im Evangelium anklingende Grenzen (vgl. Predigt unten).

Nach dem gemeinsamen Bekenntnis des Glaubens wurde Patrick in die Gemeinschaft unserer Kirche aufgenommen – liebevoll von seiner Gattin, seinen Eltern, Schwiegereltern und Kindern umgeben. Wasser wurde gesegnet – mit dem „Asperges“-Besprengen die gemeinsame Taufe wach gerufen.

Sodann – wie bei Aufnahmen von Erwachsenen üblich – wurde Patrick gefirmt: „Sende ihm deinen Heiligen Geist, den Beistand…; Patrick, sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist!“

Im zuerst persönlich ihm gegebenen und dann in der ganzen Feier-Gemeinde geschenkten Friedensgruß ging fröhliche Stimmung durch die Feier, die in der Eucharistie ihre Fortsetzung fand.

Und natürlich wurde anlassgemäß für die schwierige Situation im Iran gebetet: Für alle vom Krieg Betroffenen jeglicher Nation: Um Frieden und Gerechtigkeit, Freiheit und eine heilvolle Zukunft!

Willkommen, lieber Patrick, in unserer Gemeinschaft – Gott be-GEIST-ere Dich auch auf allen zukünftigen Wegen Deines Lebens!

Fotos: Bernhard Cantzler. 

Predigt von Pfarrer Gerald – 2. Fastensonntag 2026; Baustein: Grenzen

Wann seid Ihr zuletzt an eine Grenze gestoßen?

Ich meine nicht die Landesgrenze oder ein Tempolimit, sondern innerlich.
Dieser Moment, in dem Ihr sagt:
              „Ich kann nicht mehr.“
              „So geht es nicht weiter.“
              „Das schaffe ich nicht.“

Wir reden viel von Freiheit. Von Selbstverwirklichung. Von Möglichkeiten ohne Ende.
Und doch ist unser Leben voll von Grenzen.

Im Psalm 147 heißt es – es begleitet seit Aschermittwoch uns durch die Fastenzeit: „Er verschafft deinen Grenzen Frieden.“
Da steht nicht: Er hebt deine Grenzen auf.
Sondern: Er schenkt ihnen Frieden.

Vielleicht ist das eine Spur für die Fastenzeit. Es geht nicht darum, grenzenlos zu werden. Sondern darum, heilvoll mit den eigenen Grenzen zu leben.

Der Baustein (groß vor Altar, klein als Symbol und Fastenzeit-Begleiter) allen mitgegeben erinnert daran:

Ein Baustein ist nie neutral. Er baut. Die Frage ist: Schutzraum – oder Mauer?

1. Räume der Geborgenheit, in denen Leben wachsen kann: Am Brunnen begegnet Jesus der Samariterin (vgl. Jh 4): Er stellt sie nicht bloß. Er drängt nicht. Er eröffnet „Raum“.

Er blickt sie liebevoll an! Und plötzlich kann sie sprechen: wahr, frei, ohne Maske.

So sehen bergende Grenzen aus: Ich darf sein. Ich werde ernst genommen. Ich wachse.

Wo so gebaut wird, fließt „lebendiges Wasser“ (vgl. Jh 4,13-15), blüht Leben auf!

2. Mauern, die Leben ersticken

Andere Bausteine machen eng, es sind Ziegelsteine aus Angst, Rechthaberei, Verletzung.

Sie trennen Menschen, vergiften Beziehungen, verhärten Herzen – hetzen auf und machen andere klein, engen ein.

„Mit dir erstürme ich Wälle, mit meinem Gott überspringe ich Mauern.“ betet dagegen der Psalmist (Ps 18,30) Gott sprengt nicht jeden Wall. Aber er gibt Kraft, ihn zu überwinden.

Österliche Bußzeit – Fastenzeit – Zeit, wo wir uns fragen können: Welche Bausteine halte ich fest? Welche sollte ich loslassen, welche heilvoller einsetzen? Wie baue ich heilvolle und friedvolle Grenzen?!

Im heutigen Evangelium gehen Jesus und drei Jünger auf einen Berg.
Der Berg ist ein Grenzort – zwischen Himmel und Erde. Dort wird der Blick klarer. Man sieht weiter. Tiefer. Über das Alltägliche hinaus.

Für die Jünger öffnet sich eine Grenze – die des bisherigen Wahrnehmens.

Denn genau dort erleben sie einen Lichtmoment, eine Sternstunde. Jesus wird verwandelt. Für einen Augenblick wird sichtbar, wer er wirklich ist.

Vielleicht kennt Ihr solche Momente.
Augenblicke tiefer Liebe, wo Liebe zu einem Menschen plötzlich ganz andere Dimensionen annimmt.
Erfahrungen von „Trost“ im eigenen Herzen.
Sternstunden des Glaubens.
Ein inneres Aufleuchten, in dem alles stimmt.

Petrus will diesen Moment festhalten. Hütten bauen. Bleiben. Verständlich.
Aber wenn man Sternstunden festhält, wird der Schutzraum schnell zur toten und erstickenden Mauer.

Solche Momente sind nicht zum Konservieren da, sondern zum Durchspüren.

Und mitten hinein spricht die Stimme: „Auf ihn sollt ihr hören.“

Darum geht’s: Auf IHN hören. Nicht auf jede Stimme.
Nicht auf die inneren Antreiber, die ständig sagen: Du musst mehr. Du musst besser. Du darfst keine Schwäche zeigen.
Nicht auf die Stimmen, die Angst machen oder überfordern.

„Auf ihn sollt ihr hören.“

In der Bibel führt Gott Menschen immer wieder durch Grenzen ins Leben:
Abram bricht in er 1. Lesung auf: Er hört auf Gott und setzte es um: Er lässt einengende Grenzen der Groß-Sippe zurück, befreit sich von einem übergroßen Norm-Zusammenhang – er bricht auf und geht ins Land des Heiles.
Später hört das Volk Israel auf Gott – und zieht durch das Meer in die Freiheit.
Am Sinai werden Gebote geschenkt – nicht als Einengung, sondern als Leitplanken, als heilvolle Grenzen zur Freiheit und zum Leben. Heilvolle Grenzen als Weg zum Heil.

Auf Christus hören heißt auch: sich abgrenzen.
Von Überforderung – aber auch von Bequemlichkeit, die mir sagt, dass eh alles egal wäre oder ich mich mit mir selbst begnügen soll.
Wie kann ich diese Stimme Gottes von anderen unterscheiden?

Oft ist es ein Weg, den eigenen Sehnsüchten trauen, ihnen sorgsam nachzugehen.
Ein wichtiger Weg, Gottes Stimme zu hören, ist, dem eigenen Gewissen Raum zu geben.
Die Momente ernst nehmen, in denen Ihr innerlich aufblüht oder getröstet werdet; bei Ignatius von Loyola ist der wirkliche, ehrliche und tiefe „Trost“ das Kriterium, ob eine Stimme von Gottes Geist kommt oder vom „Un-Geist“.

Und dann kommt der Abstieg vom Berg.
Zurück in den Alltag. Die Sternstunde ist nicht für die Dauer. Es geht nicht um das Genießen spiritueller Momente und es mr dann verzückt in ihnen gemütlich zu machen: Nein: Es soll mich für’s alltägliche Leben inspirieren – dort gilt es, die Welt zum Heil mitzuverändern!

Aber wer dort gehört hat, wessen Blick geklärt wurde, der geht anders hinunter.

Fastenzeit heißt nicht: Grenzen sprengen.
Sondern: in ihnen neu Frieden finden.
Und auf den hören, der ins Leben führt.

Kinderkirche So 22.2.2026

„Dann pflanzte Gott (…) einen Garten und setzte dorthin den Menschen…“

Impressionen aus unserer sonntäglichen Kinderkirche – heute wurde die erste Lesung des Sonntags (Gen 2,7-9; 3,1-7) in den Mittelpunkt genommen:

„Gott hat uns das Leben geschenkt. Er hat uns alles geschenkt, was wir zum Leben brauchen: Heute haben wir uns in der Kinderkirche mit der Versuchung auseinandergesetzt – kann ich widerstehen, oder nicht. Wofür entscheide ich mich? Ist es richtig oder falsch? Was sagt mir meine innere Stimme?“

Und weiter: „Gott hat die Menschen gebeten: „ertraut mir! Ich schenke euch alles, was ihr zum Leben braucht.

Vertrauen wir darauf, dass Gott es gut mit uns meint!

Auch wenn wir Fehler machen, liebt Gott uns immer noch und ist bei uns.“

Bericht und Foto: Regina Tischberger

Aschermittwoch: „Grenzen“

„Er verschafft deinen Grenzen Frieden.“ – Dieses Wort aus dem Psalm 147 stand über dem Aschermittwoch in St. Elisabeth und eröffnete die Österliche Bußzeit unter dem Leitgedanken: Grenzen.

Schon beim Betreten der Kirche wurde das Thema sichtbar: Zwischen den Bankreihen zog sich eine „Mauer“ aus Ziegelsteinen und Lichtern. Ein starkes Bild: Grenzen können schützen, reifen lassen und Licht bergen – oder kalt abschotten, trennen und töten.

Auch die Liturgie war bewusst reduziert. Verhüllte Bilder, ein stiller Einzug, Konzentration auf das Wesentliche.

In seiner Predigt zu Psalm 147 entfaltete Pfarrer Gerald die Spur für die kommenden Wochen: Fastenzeit als Einladung, mit den eigenen Grenzen Frieden zu finden. Gute Grenzen schützen Leben, Beziehungen und inneres Wachstum. Mauern jedoch, die aus Angst oder Verhärtung entstehen und oft kalt und tödlich werden, gilt es abzubauen.

Mit der Verbrennung der Palmzweige des Vorjahres wurde deutlich: Vergangenes darf gehen. Das Aschenkreuz markierte den Neubeginn dieser „Zeit der Gnade“ – mit der Zusage: Unsere Sterblichkeit ist real. Doch durch Kreuz und Auferstehung Jesu sind wir auf Leben und Hoffnung hin ausgerichtet.

Als persönliches Zeichen erhielt jede und jeder einen kleinen Baustein mit Impuls-Kärtchen. Er steht für die „Baumaterialien“ des eigenen Lebens: für Haltungen, Worte und Entscheidungen, die entweder Geborgenheit schaffen oder Mauern errichten. In Anlehnung an die Begegnung Jesu mit der Samariterin (Jh 4) wurde deutlich: Gott will keine Mauern der Angst, sondern heilende Grenzen, in denen Würde und neues Leben wachsen können.

Mit Gebet und Segen endete die Feier – und begann zugleich ein Weg: Der Baustein darf durch die Fastenzeit begleiten – im Hosensack, am Küchentisch, im Auto. Als stiller Erinnerungsstein: Woran baue ich?

Am Karfreitag sind alle eingeladen, den Baustein zur Kreuzverehrung mitzubringen, ihm hinzulegen – im Vertrauen darauf, dass Gott auch mit Brüchen weiterbaut und in der Auferstehung neues Leben schenkt.

Fotos: Ute Schellner

Kinderfasching – so war es

Kinderfasching in St. Elisabeth, Sonntag 25. 1. 2026

Am Beginn des neuen Jahres fand auch schon das erste Highlight – unser traditioneller Kinderfasching im Pfarrsaal von St. Elisabeth statt. Etwa 45-50 Kinder kamen in großartigen Kostümen verkleidet mit viel Freude zu diesem Fest und konnten bei Tanz- und Bewegungsspielen mit viel Musik so richtig herumtollen. Der Limbotanz, das Seilziehen und der Sesseltanz durften auch heuer nicht fehlen. In der Pause konnten sich alle stärken und liebe Gespräche geführt werden.

Vielen Dank an unsere Jungschar-Leiterinnen Nelli, Raphaela und Lotti, die toll durch das Programm geführt haben! Nach ganz vielen dankbaren Rückmeldungen ist der Kinderfasching für das nächste Jahr schon vorgemerkt.

Fotos: Sonja und Regina Tischberger, Manuela Bistricky