Gemeinsam gestartet

„Tag der Pfarrgemeinde St. Elisabeth“: 5. 9. 2026

Schon am vorigen Freitagabend legte eine rund zwölfköpfige Vorgruppe den Grundstein: Über Leitern, Emporen und Galerien hinweg wurde „überkopf“ gereinigt, entstaubt und vorbereitet – ein kräftiger Auftakt, der die gute Stimmung für den Haupttag spürbar vorwegnahm.

Am Samstag versammelten sich ab 8 Uhr rund 25 Engagierte am St.-Elisabeth‑Platz – bunt gemischt, motiviert und mit viel Freude am gemeinsamen Tun.

Unsere Mesnerin Lisbeth teilte die Bereiche zu: Innenräume, Außenflächen, Sakristei, Pfarrhaus, Gerätepflege. Dann ging es los:

Schrubben, Kehren, Polieren, Ordnen, Ausräumen, Abstauben – ein konzentriertes Miteinander, das dennoch durchgehend von Lachen und guter Laune getragen war.

Zwischendurch gab es eine kleine Stärkung im Pfarrsaal, die den Schwung weiter hochhielt.

Zu Mittag wartete ein feines Essen – ein Moment des Durchatmens, des Austauschs und des Staunens darüber, wie sehr Kirche und Pfarrhaus wieder glänzen.

Pfarrer Gerald: „Vielen Dank allen Engagierten, besonders unserer Mesnerin Lisbeth, die alles organisiert hat – das Jahr hat spürbar mit viel Freude und Schwung begonnen!“

Ein herzliches Vergelt’s Gott allen, die mit angepackt haben – so beginnt ein Pfarrjahr mit Kraft und Gemeinschaft.

Fotos: Ute Schellner

Ausstellung Belarussische Künstler im Exil

Ausstellungseröffnung „Belarussische Künstler im Exil“
in der Kirche St. Elisabeth / Pfarre zur Frohen Botschaft: So, 9. 8. 2026

Pfarrer Gump: „Ein Mosaikstein der Freiheit:
Kunst berührt das Unsagbare und widerspricht jedem Unrechtsregime.“

Am So, 9. 8. 2026 wurde in der Kirche St. Elisabeth der Pfarre zur Frohen Botschaft eine außergewöhnliche internationale Ausstellung eröffnet: „Belarussische Künstler im Exil“. Die Präsentation zeigt Werke von 18 belarussischen Kunstschaffenden, die außerhalb ihres Heimatlandes leben und arbeiten – und setzt die internationale Reise eines Projekts fort, das ursprünglich in der Tschechischen Republik entstand und erstmals in Prag gezeigt wurde; zum ersten Mal gastiert die Ausstellung in Österreich.

Die Eröffnung fand exakt am 6. Jahrestag der brutalen Niederschlagung der friedlichen Proteste gegen die gefälschte Präsidentschaftswahl in Belarus statt – ein Datum, das der Ausstellung eine besondere politische und menschliche Tiefe verleiht.

Internationale Stimmen bei der Eröffnung
Die Ausstellung wurde eröffnet von

  • Diana Shilina, Gründerin und Kuratorin des Projekts,
  • Jiří Šitler, außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter der Tschechischen Republik in Österreich,
  • Gerald Gump, Pfarrer der Pfarre zur Frohen Botschaft.

In ihrer Rede erinnerte Diana Shilina an die Parallelen zwischen heutigen belarussischen Künstlern im Exil und jenen, die vor über hundert Jahren aus Belarus stammen – darunter Marc Chagall, Chaim Soutine, Michail Kikoin und Ossip Zadkine. Ihre Biografien zeigen: Kunst überlebt Grenzen, Regime und Exil. Sie bleibt lebendig, solange Menschen schöpferisch tätig sind.

Die Kirche als Ort der Freiheit und des Protests

Pfarrer Gerald Gump betonte in seiner Ansprache die besondere Bedeutung der Kirche St. Elisabeth als Ort der Kunst und der menschlichen Würde:

„Seit vielen Jahren ist diese Kirche ein Raum, in dem Kunst zu tieferen Lebenstönen führt und Lebensbotschaften hörbar macht. Moderne Kunst passt daher hervorragend hierher – sie öffnet Räume, in denen Unsagbares sichtbar wird.“

Er verwies auf die Bibelstellen des Vormittagsgottesdienstes, das von einem nicht begreifbaren, überraschenden Gott spricht. Kunst sei seit jeher ein Weg, mit solchen nicht aussprechbaren Wirklichkeiten in Berührung zu kommen.

Pfarrer Gump erinnerte zudem an die Ur-Erfahrung der Bibel: „Gott führt in die Freiheit und nimmt eindeutig Partei für die Armen. In Jesus – wo Gott selbst zur Welt kommt – wird Gott zum Flüchtling. Darum ist es ureigener Auftrag der Kirche, an der Seite der Armen und besonders der Flüchtlinge zu stehen.“

Gerade deshalb passe diese Ausstellung in St. Elisabeth so gut: „Sie ist ein Lied des Protestes gegen ein Unrechtsregime – und damit gegen alle, die Menschenrechte mit Füßen treten.“

Die geht Hand in Hand damit, dass die Sorge um Geflüchteten der Pfarre nicht nur besonderes Anliegen ist, sondern konkrete Menschen in der Pfarre Heimat gefunden oder durch diese unterstützt werden – mehrere davon waren Gäste bei der Eröffnungsfeier.

Einige der anwesenden Künstler/innen führten nach dem Eröffnungsakt dann selbst durch ihre Werke – „Gerade die Erlebnisse von Betroffenen in Kunst übersetzt und ihre persönlichen Deutungen machen die tiefen Flucht-Erfahrungen, aber auch die Kraft des Protestes spürbar“, erzählt Gump. „Die Werke erzählen mehr als Worte…!“

Humanitäres Projekt mit weltweiter Unterstützung

Das Projekt „Belarussische Künstler im Exil“ erhielt den Segen von  Papst Leo XIV. sowie Unterstützungsschreiben von 21 Kardinälen weltweit. Die Wiener Präsentation wurde durch die Pfarre zur Frohen Botschaft ermöglicht.

Die Anwesenheit des tschechischen Botschafters unterstreicht die enge Verbindung zur Tschechischen Republik, wo das Projekt gegründet wurde und seine erste Ausstellung mit Unterstützung des Kultur- und Außenministeriums stattfand.

Ausstellungsdaten

„Belarussische Künstler im Exil“ Kirche St. Elisabeth – Pfarre zur Frohen Botschaft

St.-Elisabeth-Platz, 1040 Wien So, 9. 8. – So, 30. 8. 2026, täglich 8–20 Uhr

Fotos: Georg Shiling + Tatyana Savich + Gerald Gump

Ein weiterer Bericht samt Fotos: https://artinexile.eu/international-humanitarian-project-belarusian-artists-in-exile-opens-exhibition-in-vienna/

Weitere Infos: https://artinexile.eu

Wenn Gott uns fliegen lehrt

Fest der Erstkommunion in St. Elisabeth: So, 14. 6. 2026

24 Kinder durften heuer in St. Elisabeth ihren großen Festtag feiern – der Höhepunkt eines Jahres, in dem sie Schritt für Schritt in das gemeinsame Feiern der Eucharistie hineingewachsen sind.

Begleitet wurden sie von einem engagierten Team von Christiane Macal, Regina Tischberger, Maria Glowka und Pfarrer Gerald – mit viel Herz, Kreativität und einem guten Gespür dafür, was Kinder im Glauben stärkt.

Gott wie eine Adlerin – getragen, geschützt, gesendet

Die biblischen Texte dieses Sonntags öffneten einen besonderen Blick auf Gott: Die Lesung erzählte von Gott wie einer Adlerin, die ihre Jungen liebevoll auf den Flügeln trägt und ihnen das Fliegen beibringt – ein starkes Bild für Schutz, Nähe und Ermutigung.

Im Evangelium wurde es dann „missionarisch“: Jesus sendet aus – mit der Frohen Botschaft im Herzen und dem Auftrag, sie zu den Menschen zu bringen, was gleich einmal 9 Kinder vorführten. Beides zusammen ergab eine wunderbare Brücke für die Kinder: behütet sein – und zugleich mutig werden.

Eine Feier, die Kinderherzen höherschlagen ließ

Mit großer Begeisterung gestalteten die Kinder ihre Feier mit: Gebete, bewegte Lieder mit Gebärden, kleine Zeichenhandlungen – alles war darauf ausgerichtet, dass sie sich in der Kirche zuhause fühlen und ihren Glauben ausdrücken können.

Beim gemeinsamen Decken des Altars und im Vortragen von Bitten und Dank wurde spürbar, wie sehr sie in das „große Geheimnis von Leben, Tod und Auferstehung Jesu“ hineingewachsen sind.

Der Moment der ersten Kommunion

Dann kam der Augenblick, auf den alle gewartet hatten: Zum ersten Mal durften die 24 Kinder „ganz“ mitfeiern – Brot empfangen, aus dem Kelch trinken, spüren: Jesus kommt mitten in mein Leben.

Pfarrer Gerald fasste seine Erfahrung so zusammen:

„Für mich ist’s immer ganz besonders toll, die Kinder so nahe bei der 1. Kommunionspendung zu erleben – wie sie intensiv dabei und aufmerksam für Gott sind: Da spielt sich wahnsinnig viel an Nähe und Berührung mit Gott ab!“

Hurra‑Momente und ein Fest, das weiterging

Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt – und die Kinder sorgten mit kräftigen Liedern und einem fast ohrenbetäubenden „Hurra“ für einen Abschluss, der niemanden kaltließ.

Draußen am St.-Elisabeth‑Platz ging es fröhlich weiter: „Kindersekt“, Torte, viele Begegnungen und strahlende Gesichter machten den Tag rund.

Ausblick & Dank

Schon am kommenden Donnerstag wartet der nächste wichtige Schritt: das Erstbeichtfest – ein Moment, in dem wir unser Herz vor Gott ausschütten dürfen und er uns mit Vergebung und Heilung entgegenkommt. Und dann gibt’s Einladung zu Jungschar, zum Ministrieren, zum Kinderchor – und natürlich jeden Sonntag zur Kinderkirche!

Ein herzliches Vergelt’s Gott an alle, die dieses Fest möglich gemacht haben – besonders an das großartige Erstkommunion‑Team!

Fotos: Ute Schellner

21 Wege des Glaubens: Firmung St. Elisabeth 2026

Am Sa, 30. 5. 2026 feierten 21 junge Menschen in St. Elisabeth das Sakrament der Firmung. Abt Nikolaus Poch von den Schotten spendete das Sakrament – und fand für jede und jeden einzelne*n persönliche Worte. Sowohl in der Predigt als auch im direkten Zuspruch griff er auf die Briefe der Firmlinge zurück, die ihm im Vorfeld geschickt worden waren.

Der Gottesdienst wurde von den Firmlingen selbst gestaltet und erhielt dadurch eine besonders lebendige und authentische Note. Die musikalische Begleitung übernahm eine engagierte Gruppe mit Unterstützung aus der Pfarrgemeinde St. Florian.

Bei strahlendem Wetter klang die Feier mit einer langen, fröhlichen Agape am St.-Elisabethplatz aus (gestaltet vom Erstkommunionsteam). Viele nutzten die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und den besonderen Tag nachwirken zu lassen.

Ein herzlicher Dank gilt dem Firmteam – Sonja, Pfarrvikar Albert, David und Nicolas –, das die Jugendlichen seit Oktober 2025 begleitet hat. Auch die berührende Einstimmung am Vorabend trug wesentlich zur Tiefe dieses Festes bei.

Fotos: Ute Schellner

Mit Gottes Rückenwind unterwegs…

Mit Gottes Rückenwind unterwegs…
Fahrradsegnung am So, 5. Mai 2026 – St. Elisabeth

Nach dem Sonntagsgottesdienst wurde es bunt und bewegt am St.-Elisabeth-Platz: Fahrräder, Roller, Kinderwägen, Rollatoren und andere umweltfreundliche Fahrzeuge versammelten sich zur traditionellen Fahrradsegnung.
Gerade in einer Zeit, in der Nachhaltigkeit und bewusster Umgang mit unserer Schöpfung immer wichtiger werden, setzt die Fahrradsegnung ein sichtbares Zeichen: Mobilität kann praktisch, gemeinschaftlich und schöpfungsfreundlich sein. Pfarrer Gerald erinnerte daran, dass christliche Verantwortung auch im Alltag beginnt – oft ganz konkret und „auf zwei Rädern“.
Nach Gebet, Segen und gemeinsamen Liedern blieb noch Zeit für Begegnung und Gespräch beim Pfarrcafé. Eine fröhliche und zugleich berührende Aktion, die gezeigt hat: Kirche darf auch bewegt, alltagsnah und unkompliziert sein.
Das bei der Segnung verwendete Fahrrad-Gebet wurde wieder als Kärtchen zum Mitnehmen verteilt:

Fahrrad-Gebet
Es ist noch früh am Morgen, der neue Tag beginnt.
Der Morgen ist noch frisch und kühl, der Tau liegt auf der Wiese, Vögel singen schon seit der Frühe. Die Natur erwacht schon lange bevor wir benommen aus dem Bett gestiegen sind.
Dennoch sind wir ein Teil der Natur und spüren das besonders stark, weil wir uns heute ohne Hilfe von Motoren und Benzin fortbewegen wollen.
Unser Treibstoff ist unser Essen und unser Trinken und die Gemeinschaft, in der wir auch am Berg stark sind. So dürfen wird das Leben genießen.
Wenn es vielleicht auch schmerzt auf den Sattel zu steigen, weil unser Körper noch von gestern geschlaucht ist, so freuen wir uns dennoch: denn bald spüren wir den Fahrtwind und lassen uns rollen.
Wir sind neugierig, voller Spannung & Erwartungen, neugierig auf den Weg, das Wetter, die Etappen und die Ziele. Wir suchen neue Eindrücke und unbekannte Horizonte.
Weg von Alltag, hin zur Freiheit, die wir radelnd erspüren möchten. Ein Funken Abenteuerlust liegt in uns.
Was der neue Tag wohl bringen mag?
Sei bei uns und begleite uns, lass uns diesen neuen Tag annehmen, so wie du ihn für uns gemacht hast. Amen.  

                                             (Dieter Böttcher)

Fotos: Ute Schellner

Eva Feichtinger – heimgegangen zu unserem Gott!

Vergangenen So, 26. 4. 2026 haben wir im Gottesdienst noch intensiv für sie gebetet – am gleichen Tag ist unsere Eva im Kreis ihrer Familie im 84 Lebensjahr verstorben.

Jahrzehntelang prägte sie engagiert unsere Pfarrgemeinde mit – auch in den letzten Jahren, wo so manche gesundheitliche Belastung ihr das Leben schwer machte, war sie ganz selbstverständlich bei unseren Märkten präsent, sorgte intensiv für Vorbereitung und war hochengagiert, dass alles „in ihrer Pfarre“ gut läuft…

Am Do, 7. 5. 2026, 13 Uhr feiern wir am Friedhof Hernals ihr Begräbnis; am Fr, 8. 5. 2026, 18 Uhr die Seelenmesse in unserer St.-Elisabeth-Kirche!

Ihre Parte HIER

Tauferneuerung und Taufen

Mitten im Leben:
Tauferneuerung und Taufen unserer Erstkommunionskinder
So, 12. 4. 2026 – St. Elisabeth

Am vergangenen Sonntag wurde es in unserer Kirche wieder lebendig und farbenfroh. Gemeinsam mit den Erstkommunionskindern feierten wir die Tauferneuerung – ein Fest, das jedes Jahr aufs Neue spürbar macht, wie sehr Glaube und Gemeinschaft zusammengehören.

In diese dichte und frohe Atmosphäre hinein baten heuer zwei Kinder um das Sakrament der Taufe und durften es auch empfangen: Leonie und Romy. Ein besonderer Moment, der viele berührt hat.

Es ist immer wieder eindrucksvoll, wenn die Kinder mit ihren Taufkerzen rund um den Altar stehen – eingekleidet in ihre selbst gebastelten Tauf-T-Shirts, die sie bei den Gruppenstunden gestaltet haben – und bewusst ihr Taufversprechen erneuern. Da wird etwas sichtbar von dem, was sonst oft nur im Verborgenen wächst.

Verschiedene Augenblicke zeigen, dass Glaube tatsächlich weiterwächst – manchmal leise, aber doch nachhaltig. Wie gewohnt wurde viel gesungen – schwungvoll und mit Bewegung. Und auch wenn es für manche noch ein kleiner Schritt ist: Immer mehr Erwachsene lassen sich darauf ein. Es darf ruhig ein bisschen ungewohnt sein – oft liegt genau darin ein besonderer Zugang. 😉

In der Vorbereitung auf die Erstkommunion bleibt uns wichtig, dass Gemeinschaft nicht nur ein Wort ist, sondern erlebt werden kann. Dazu gehört ganz selbstverständlich auch das anschließende Pfarrcafé: ein Ort für Begegnung, Gespräche und für die Kinder einfach Zeit zum Spielen und Zusammensein.

Fotos: Ute Schellner

Wenn die Nacht aufbricht: Auferstehung feiern

Wenn die Nacht aufbricht: Auferstehung feiern

Osternacht 2026 in St. Elisabeth

Oster-So, 5. April 2026:Noch tief in der Nacht (4:30 Uhr) versammelte sich die Gemeinde vor der Kirche – rund um das Osterfeuer. Dort wurde Altes bewusst losgelassen: Zeichen, Texte und Überreste aus der vergangenen Zeit gingen in Flammen auf – auch die alten „Heiligen Öle“: Ein stilles, starkes Zeichen: Neues darf beginnen.

Von diesem Feuer her wurde die Osterkerze entzündet und in die dunkle Kirche getragen. Mit ihr kam das Licht – und mit dem feierlichen Osterlob brach sich die Freude Bahn: Christus hat das Dunkel überwunden.

In mehreren Lesungen wurde die große Geschichte Gottes mit den Menschen wachgerufen: Befreiung, neues Leben, Verheißung. Schritt für Schritt wuchs die Feier auf Ostern hin – bis im Gloria mit Glocken, Licht und Gesang die Auferstehung förmlich aufleuchtete. Sichtbar wurde das auch in einem besonderen Zeichen: Aus den Bausteinen der Fastenzeit hat Christoph Bauer einen wunderschönen Leuchter für die Osterkerze gestaltet: Das Licht wächst aus dem, was wir am Karfreitag zu Gott gebracht haben!

Die Schrifttexte führten weiter zur Mitte des Festes: Christus ist auferstanden – und begegnet uns nicht fern, sondern mitten im Leben, konkret im Alltag („Galiläa“). Diese Zusage wurde in der Feier der Tauferneuerung persönlich: Wasser wurde gesegnet, das eigene Taufversprechen erneuert – ein bewusstes Ja zum Leben aus der Auferstehung.

In der Eucharistie verdichtete sich alles, was in dieser Nacht gefeiert wurde. Die anschließende Speisensegnung vor der Kirche führte das Fest in den Alltag weiter – verbunden mit kleinen österlichen Zeichen, die jede und jeder mit nach Hause nehmen konnte.

Mit dem anbrechenden Morgen klang die Liturgie aus – und ging im gemeinsamen Frühstück weiter: Ostern zum Schmecken und Teilen.

Am späteren Vormittag wurde das Fest in einer weiteren feierlichen Messe fortgesetzt, musikalisch besonders gestaltet durch unseren Pfarrchor St. Elisabeth unter der Leitung von Daniel Mair.

Ein herzliches Danke gilt allen, die diese intensiven Tage mitgetragen und mitgestaltet haben – sichtbar und im Hintergrund.

Christus ist auferstanden – er ist wahrhaft auferstanden!

Fotos: Ute Schellner

Ein Abend, der unter die Haut geht

Zwischen Kreuz und Klage:
Ein Abend, der unter die Haut geht
Karfreitag in St. Elisabeth – 3. 4. 2026

Der Karfreitag begann am Nachmittag mit einer intensiv mitgefeierten Kreuzwegandacht – heutige Situationen von Krieg und Leid prägten die Andacht. Um 15 Uhr – zur überlieferten Todesstunde Jesu – wurde bewusst innegehalten: „Es ist vollbracht.“

Am Abend setzte sich die Feier der drei österlichen Tage fort. Schlicht und eindringlich der Beginn: kein Einzug, sondern ein stilles Sich-Hinwerfen vor Gott. Worte aus dem Hebräerbrief erinnerten daran, dass Christus unser Leben kennt, mitträgt und vor Gott bringt.

Im Wortgottesdienst wurde die Passion ungewöhnlich lebendig: Fünf biblische Gestalten – Petrus, Veronika, Simon von Cyrene, Maria aus Magdala und Johannes – gaben der Leidensgeschichte ihre Stimme. Aus verschiedenen Perspektiven wurde spürbar: Dieses Geschehen ist kein fernes Ereignis. Es berührt uns!.

In seiner Predigt stellte Pfarrer Gerald die Beziehung zu unserem Leben her: „Jetzt gilt es vom Zuschauen ins Handeln zu kommen; Karfreitag ist kein Theater, es geht nicht um ‚die damals‘. Es geht um uns – heute.“ Und er zitierte aus dem Text eines Liedes, das in Folge beim Tanz anklang: „Ich höre Dein SOS, Dein SOS“.

Nach meditativen Klängen des St.-Elisabeth-Chores galt es, die eigenen Tod-Situationen mit dem die Österliche Bußzeit begleitenden „Baustein“ zu verbinden oder auf kleine Zetterl zu schreiben.

Musik und stille Momente öffneten Raum, eigene Erfahrungen von Bruch und Grenze vor Gott zu bringen – sichtbar gemacht in aufgeschriebenen Gedanken und Symbolen.

Dann wurde das große Kreuz herein gebracht und in 3 Stationen vorgetragen, sowie enthüllt.

Alle waren eingeladen, den eigenen Kreuz-Situationen intensiv nachzufühlen. Diese Meditation fand dann Höhepunkt in einem beeindruckenden, von Raphaela Hauck vorgetragenen Ausdruckstanz zu Hilflosigkeit und Gottesfrage („Mein Gott – wo bist Du? Warum hilfst Du nicht?“).

Bei der Kreuzverehrung trugen die Mitfeiernden dann ihren Stein zum Kreuz, steckten ihre Zettel in die aufgestellte „Klagemauer“; andere verehrten mit Kniebeuge, Gebetsstille, Blumen oder Berührung.

Die großen Fürbitten weiteten schließlich den Blick auf die Not der Welt. Aktuelle, eingeblendete Bilder und Anliegen verbanden persönliches Erleben mit globalem Leid – getragen im gemeinsamen Gebet bis hin zum Vaterunser.

Am Ende kein Abschluss im eigentlichen Sinn: Während die „Grablegung Jesu“ verkündet wurde, zog die Feier in die in den Duft verglühender Myrrhe getauchte Kapelle weiter. Dort klang der Abend offen aus – im Angesicht von Tod und Stille, die noch keine Antwort kennt.

Fotos: Ute Schellner, Selina Hauck

Wenn die Nähe Gottes konkret wird…

Gründonnerstag in St. Elisabeth

Mit dem Gründonnerstag begann in St. Elisabeth die Feier der österlichen drei Tage. Nach einer gemeinsamen Vorbereitung aller Mitwirkenden im Pfarrhaus zogen die „Dienste“ feierlich in die Kirche ein. Dabei wurden auch die frisch im Stephansdom geweihten heiligen Öle mitgebracht: das Katechumenenöl, der Chrisam und das Krankenöl – sichtbare Zeichen für die Sakramente und das Leben der Kirche.

Die Feier nahm ihren Ausgang beim Pessachmahl, das auch Jesus an diesem Abend begangen hat. In der Verkündigung wurde deutlich: Als Christinnen und Christen glauben wir nicht an einen fernen Gott – sondern an einen, der sich im gemeinsamen Mahl, im gebrochenen Brot, ganz konkret schenkt. Diese Gegenwart zeigt sich ebenso im Auftrag Jesu, einander zu dienen: „Dort ist der Herr genau so da, wie in der Eucharistie“ wie Pfarrer Gerald im Hinblick auf das Evangelium ausführte.

Ein starkes Zeichen dafür war die Einladung zur Handwaschung und anschließenden Salbung: sich berühren lassen, sich stärken lassen – und selbst zum Segen für andere werden.

Dann die Eucharistie, in der die Pfarrgemeinde ihr Leben mit einem gemeinsamen, großen Brot und einem gut gefüllten Krug Wein vor Gott brachte – Wandlung und genau darin Seine Gegenwart feierte. Danach ging die Feier in eine schlichte Agape über, bewusst kurz gehalten, ganz im Sinne des biblischen „esst es hastig“.

Der Abend führte schließlich in die Stille: Gemeinsam wurde das Allerheiligste in die Kapelle übertragen, wo ein kurzes Ölberggebet Raum gab, das eigene Leben vor Gott zu bringen und mit ihm zu wachen.

Ohne eigentlichen Abschluss ging die Liturgie in die Nacht über: Der Altar wurde abgedeckt, die Zeichen der Feier entfernt – und die Gemeinde trat ein in die Erwartung des Karfreitags.

Text: Gerald Gump
Fotos: Ute Schellner