Schlagwort-Archiv: Gründonnerstag

Wenn die Nähe Gottes konkret wird…

Gründonnerstag in St. Elisabeth

Mit dem Gründonnerstag begann in St. Elisabeth die Feier der österlichen drei Tage. Nach einer gemeinsamen Vorbereitung aller Mitwirkenden im Pfarrhaus zogen die „Dienste“ feierlich in die Kirche ein. Dabei wurden auch die frisch im Stephansdom geweihten heiligen Öle mitgebracht: das Katechumenenöl, der Chrisam und das Krankenöl – sichtbare Zeichen für die Sakramente und das Leben der Kirche.

Die Feier nahm ihren Ausgang beim Pessachmahl, das auch Jesus an diesem Abend begangen hat. In der Verkündigung wurde deutlich: Als Christinnen und Christen glauben wir nicht an einen fernen Gott – sondern an einen, der sich im gemeinsamen Mahl, im gebrochenen Brot, ganz konkret schenkt. Diese Gegenwart zeigt sich ebenso im Auftrag Jesu, einander zu dienen: „Dort ist der Herr genau so da, wie in der Eucharistie“ wie Pfarrer Gerald im Hinblick auf das Evangelium ausführte.

Ein starkes Zeichen dafür war die Einladung zur Handwaschung und anschließenden Salbung: sich berühren lassen, sich stärken lassen – und selbst zum Segen für andere werden.

Dann die Eucharistie, in der die Pfarrgemeinde ihr Leben mit einem gemeinsamen, großen Brot und einem gut gefüllten Krug Wein vor Gott brachte – Wandlung und genau darin Seine Gegenwart feierte. Danach ging die Feier in eine schlichte Agape über, bewusst kurz gehalten, ganz im Sinne des biblischen „esst es hastig“.

Der Abend führte schließlich in die Stille: Gemeinsam wurde das Allerheiligste in die Kapelle übertragen, wo ein kurzes Ölberggebet Raum gab, das eigene Leben vor Gott zu bringen und mit ihm zu wachen.

Ohne eigentlichen Abschluss ging die Liturgie in die Nacht über: Der Altar wurde abgedeckt, die Zeichen der Feier entfernt – und die Gemeinde trat ein in die Erwartung des Karfreitags.

Text: Gerald Gump
Fotos: Ute Schellner

Gründonnerstag in St. Elisabeth

Grün-Do, 28. 3. 2024: Wir steigen ein in die 3-Tages-Feier, die bis zur Auferstehung führt.

Nach einer Einstimmung aller Dienste im Pfarrhaus gab es einen festlichen Einzug – auch die frisch im Stephansdom von unserem Bischof geweihten „Heiligen Öle“ wurden herein gebracht: Das Katechumenen-Öl für die Taufbewerber/innen, der Chrisam für Taufe, Firmung und Weihe (Diakonat, Priesteramt und Bischofsweihe), sowie das Krankenöl für die Krankensalbung.

Nach Rückerinnerung an das jüdische Festritual des Pessach (das Jesus ja an diesem Abend feierte) wurden in die Feier eingeführt – im Wortgottesdienst der Linie nachgegangen, dass wir alle auf einander angewiesen sind und einander anvertraut sind; und wir alle letztlich IHN brauchen, dass er und vieles „runter-wäscht“.

Danach waren alle eingeladen, gemäß der heurigen Fastenzeit-Leitlinie die „Bruchstücke“ und Scherben des Lebens dahingehend vor Gott zu tragen, sie sich über 4 beauftragten Frauen und Männern von Jesus in einer allgemeinen „Handwaschung“ abwaschen zu lassen… – berührende Momente. Und dann wurden all die Hände gesalbt: Wir sind IHM kostbar, er befähigt und ermächtigt uns, selbst in der Welt Hand anzulegen…

Festlicht wurde der Altar gedeckt – mit einem großen, gemeinsamen Brot unser Leben als Pfarrgemeinde („Leib Christi“) vor Gott gebracht und Wandlung gefeiert.

Anschließend ging die Feier mit Segenslied in eine Agape über, die im Seitenschiff der Kirche stattfand – nicht lange, „esst es hastig“ heißt es im Exodusbericht. Danach sammelten sich alle um den Hauptaltar und gemeinsam trugen wir das Allerheiligste zum Seitenaltar, wo noch eine Viertelstunde ein Ölberggebet gefeiert wurde: Das eigene Lebenslicht zu IHM stellen, wachen mit IHM…

Die Liturgie endete offen – es wurde noch der Altar abgedeckt („Sie rissen ihm die Kleider vom Leib…“), die Kerzen entfernt, das Kreuz verhüllt – die Nacht der Erwartung des Karfreitag beginnt…

Fotos: Ute Schellner

Vom „Ent-Sorgen“ zur Auferstehung

Leitlinie der Pfarrgemeinde St. Elisabeth für die Österliche Bußzeit: „Ent-Sorgen“,
die in der Kar- & Osterliturgie zum Höhepunkt kam!

Am Aschermittwoch wurde begonnen – eine Mülltonne wurde aufgestellt, die Leitlinie „Ent-Sorgen“ für die Österliche Bußzeit eingeführt:

Das „Sorgt Euch nicht …“ aus der Bergpredigt war das Leitmotiv, das intensiv durchgedacht und ins Feiern geführt wurde.

Dies wurde in Kärtchen gefasst auch an alle Mitfeiernde verteilt: HIER.

Wochenlang waren alle Mitfeiernden Sonntag für Sonntag eingeladen, dem nachzugehen, was es im eigenen Leben zu entsorgen gilt – „Fastenzeit“.

Selbstverständlich spielte dieses Leitmotiv auch in der Kar- & Osterliturgie eine wichtige Rolle.

Am Gründonnerstag waren alle eingeladen, sich in einer allgemeinen Handwaschung („Fußwaschung“ für alle geöffnet und zugänglich) all das Belastende, Sündige und Schwere vom Herrn „abwaschen“ zu lassen – und all das Wasser wurde dann bewusst in die „Ent-Sorgen“-Tonne geleert.

Karfreitag – die Einladung, das eigene „Kreuz“ (des eigenen Lebens, wie auch unserer Welt) auf Papier festzuhalten, um es dann direkt bei der Kreuzverehrung in die „Ent-Sorgen“-Tonne zu entsorgen: All das, was ich „mit dem Leichnam Jesu begraben möchte“…

Und dann: Osternacht – Wir feiern die Auferstehung und das Leben: Und in allem Nachspüren, Feiern und Genießen der Blick auf die „Ent-Sorgen“-Tonne, aus der in voller Blüte Blumen herauswuchsen: Gott, der aus dem Abgewaschenem, Abgelegtem und als Kreuz vor ihn Gebrachtem neues Leben wachsen lässt: Auferstehung live…

Fotos: Ute Schellner