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Aschermittwoch: „Grenzen“

„Er verschafft deinen Grenzen Frieden.“ – Dieses Wort aus dem Psalm 147 stand über dem Aschermittwoch in St. Elisabeth und eröffnete die Österliche Bußzeit unter dem Leitgedanken: Grenzen.

Schon beim Betreten der Kirche wurde das Thema sichtbar: Zwischen den Bankreihen zog sich eine „Mauer“ aus Ziegelsteinen und Lichtern. Ein starkes Bild: Grenzen können schützen, reifen lassen und Licht bergen – oder kalt abschotten, trennen und töten.

Auch die Liturgie war bewusst reduziert. Verhüllte Bilder, ein stiller Einzug, Konzentration auf das Wesentliche.

In seiner Predigt zu Psalm 147 entfaltete Pfarrer Gerald die Spur für die kommenden Wochen: Fastenzeit als Einladung, mit den eigenen Grenzen Frieden zu finden. Gute Grenzen schützen Leben, Beziehungen und inneres Wachstum. Mauern jedoch, die aus Angst oder Verhärtung entstehen und oft kalt und tödlich werden, gilt es abzubauen.

Mit der Verbrennung der Palmzweige des Vorjahres wurde deutlich: Vergangenes darf gehen. Das Aschenkreuz markierte den Neubeginn dieser „Zeit der Gnade“ – mit der Zusage: Unsere Sterblichkeit ist real. Doch durch Kreuz und Auferstehung Jesu sind wir auf Leben und Hoffnung hin ausgerichtet.

Als persönliches Zeichen erhielt jede und jeder einen kleinen Baustein mit Impuls-Kärtchen. Er steht für die „Baumaterialien“ des eigenen Lebens: für Haltungen, Worte und Entscheidungen, die entweder Geborgenheit schaffen oder Mauern errichten. In Anlehnung an die Begegnung Jesu mit der Samariterin (Jh 4) wurde deutlich: Gott will keine Mauern der Angst, sondern heilende Grenzen, in denen Würde und neues Leben wachsen können.

Mit Gebet und Segen endete die Feier – und begann zugleich ein Weg: Der Baustein darf durch die Fastenzeit begleiten – im Hosensack, am Küchentisch, im Auto. Als stiller Erinnerungsstein: Woran baue ich?

Am Karfreitag sind alle eingeladen, den Baustein zur Kreuzverehrung mitzubringen, ihm hinzulegen – im Vertrauen darauf, dass Gott auch mit Brüchen weiterbaut und in der Auferstehung neues Leben schenkt.

Fotos: Ute Schellner

Aschermittwoch in St.Elisabeth

Schon morgens wurde stimmungsvoll der Kindergottesdienst noch vor Schulbeginn gefeiert – gut besucht gingen die Kinder dem gemeinsamen Fastenzeit-Thema der Pfarrgemeinde nach und bekamen das Aschenkreuz.

Dann der sehr stimmige Wort-Gottesdienst am Abend des Aschermittwoch.

Am Anfang der Feier wurde auch wieder eine Kerze für die Ukraine entzündet, die in den kommenden Wochen wieder auf das Schicksal der Menschen dort und auf ihrer Flucht hinweisen und unsere Solidarität zeigen soll

Dann wurde der Gemeinde das neue Symbol für diese Fastenzeit vorgestellt: eine schlichte Leiter als Symbol des Hinauf- und Hinabsteigens in unserem Leben. Bei der Austeilung des Aschenkreuzes wurde allen, von der „Lebensleiter für die Fastenzeit“ gepflückt, ein Bibelspruch aus den Schriftlesungen und Texten der Fastenzeit und des Triduums mitgegeben; dieses zufällig zugeteilte Wort der Liturgie soll jeden von uns leiten und begleiten – soll zur persönlichen Lebens-Leiter in dieser Zeit werden.

Die Leiter wird an jedem Sonntag und in jedem besonderen Gottesdienst der Fastenzeit mit einem Schild behängt, dass einen Kernsatz aus den jeweiligen Tagestexten trägt; ebenso wird der Leiter an jedem dieser Tage ein neuer passender farbiger Akzent hinzugefügt: am Aschermittwoch lautete der Text: „Ich bin mit dir“, die Farbe war asch-grau.

Text: Christoph Bauer
Fotos: Ute Schellner

Vom „Ent-Sorgen“ zur Auferstehung

Leitlinie der Pfarrgemeinde St. Elisabeth für die Österliche Bußzeit: „Ent-Sorgen“,
die in der Kar- & Osterliturgie zum Höhepunkt kam!

Am Aschermittwoch wurde begonnen – eine Mülltonne wurde aufgestellt, die Leitlinie „Ent-Sorgen“ für die Österliche Bußzeit eingeführt:

Das „Sorgt Euch nicht …“ aus der Bergpredigt war das Leitmotiv, das intensiv durchgedacht und ins Feiern geführt wurde.

Dies wurde in Kärtchen gefasst auch an alle Mitfeiernde verteilt: HIER.

Wochenlang waren alle Mitfeiernden Sonntag für Sonntag eingeladen, dem nachzugehen, was es im eigenen Leben zu entsorgen gilt – „Fastenzeit“.

Selbstverständlich spielte dieses Leitmotiv auch in der Kar- & Osterliturgie eine wichtige Rolle.

Am Gründonnerstag waren alle eingeladen, sich in einer allgemeinen Handwaschung („Fußwaschung“ für alle geöffnet und zugänglich) all das Belastende, Sündige und Schwere vom Herrn „abwaschen“ zu lassen – und all das Wasser wurde dann bewusst in die „Ent-Sorgen“-Tonne geleert.

Karfreitag – die Einladung, das eigene „Kreuz“ (des eigenen Lebens, wie auch unserer Welt) auf Papier festzuhalten, um es dann direkt bei der Kreuzverehrung in die „Ent-Sorgen“-Tonne zu entsorgen: All das, was ich „mit dem Leichnam Jesu begraben möchte“…

Und dann: Osternacht – Wir feiern die Auferstehung und das Leben: Und in allem Nachspüren, Feiern und Genießen der Blick auf die „Ent-Sorgen“-Tonne, aus der in voller Blüte Blumen herauswuchsen: Gott, der aus dem Abgewaschenem, Abgelegtem und als Kreuz vor ihn Gebrachtem neues Leben wachsen lässt: Auferstehung live…

Fotos: Ute Schellner