Extra-EliFlo-Infos: laufender Philippinen-Reisebericht – UPDATE

Liebe Freunde in St. Elisabeth und St. Florian!

Ich von meiner Studienreise auf die Philippinen wieder zurück – und voll mit spannenden Eindrücken und Erfahrungen. Wer’s vollständig verfolgen will: HIER mein „Reisetagebuch“; unten die Beschreibung der letzten Tage.

Und: Willkommen zu einem Abend, wo ich über die Pfarre berichte – und manche daraus kommende Ideen: Sa, 20. 2. 2016, 19.30 Uhr im Florianisaal (Pfarre St. Florian)

Es steht der Faschings-Sonntag an, der letzte im „normalen Jahreskreis“ – dann ist ab Mittwoch für 90 Tage (40 Tage Österliche Bußzeit; 50 Tage Osterzeit) der kirchliche Alltag unterbrochen.

Dazu eine ganz herzliche Einladung, hier gemeinsam den Einstieg in diese „Zeit der Gnade“ (so nennt die Liturgie die „Österliche Bußzeit“ = Fastenzeit) zu feiern:

Willkommen zu den großen Aschermittwoch-Gottesdiensten samt Aschenkreuz: St. Florian um 18.30 Uhr und in St. Elisabeth um 19 Uhr; in St. Florian ist ergänzend um 16 Uhr eine eigene Feier für Kinder.

Willkommen auch zum Segen für Liebende: So, 14. Februar 2016 zwischen 15 und 17 Uhr – für in Liebe verbundene Paare, die Gottes Segen im Klein(st)kreis feiern wollen; nähere Info: Siehe

http://st-elisabeth.at (bitte hinunter-scrollen).

Ich wünsche Euch einen fröhlichen Faschingsabschluss, wo’s zutrifft: Guten Ferienausklang und dann tollen Einstieg in die „Zeit der Gnade“!

Euer

Pfarrer Gerald

EliFlo-Infos vom So, 31. 1. 2016

Liebe Freunde in St. Elisabeth und St. Florian!

 

Heute etwas verfrüht die „EliFlo-Infos“ vom kommenden Sonntag; ich bin gerade auf Studienreise auf den Philippinen – morgen geht’s für 5 Tage auf eine Insel, um konkrete Basisgemeinden intensiv zu erleben und da gibt’s voraussichtlich wenig bis kein Internet; daher schon heute!

 

Die Semesterferien ziehen ab Samstag „ins Land“ – div. Gruppentreffen entfallen, auch die Pfarrbüros sind eher geschlossen (St. Elisabeth Do & Fr; St. Florian die ganze Woche). Kapläne Zdzislaw & Martin sind auf Urlaub – in wichtigen/dringenden Fällen bitte für beide Pfarren Kaplan Alphons Pachta-Rayhofen kontaktieren: eM: pachtarayhofen@hotmail.com; Tel: 01 / 545 14 15 / 14!

Allen, die diese Woche für Urlaub, Ferien und Ausspannen nützen können, alles Gute – und danke an alle, die in dieser Zeit dafür (umso mehr) Dienst machen.

 

Ein Blick 10 Tage voraus: Am Mi, 10. 2. = Aschermittwoch starten wir in die Österliche Bußzeit!

Ganz herzlich willkommen, hier wirklich auch ein gemeinsames Start-Zeichen zu setzen: Aschermittwochgottesdienst mit Aschenkreuz: 18.30 Uhr St. Florian, 19 Uhr St. Elisabeth!

Aller Voraussicht nach wird es für So, 7. 2. im Hinblick auf die „Österliche Bußzeit“ auch wieder einen gedruckten und für alle verteilten „Eli-Flo-live“ geben (Redaktionsschluss: Fr, 5. 2.).

 

Aus den Reihen der Pfarrgemeinderäte: Schon jetzt eine Geburtstagsgratulation an Bastian Holzschuh (2. 2.)!

 

Wie vielen bekannt mache ich gerade mit 15 anderen unserer Diözese eine Studienreise durch die Philippinen. Die Grundidee der Diözese ist natürlich, vieles dessen, was wir in der Kirche hier erleben, für unseres Situation zu Hause zu nützen, hier erlebte Impulse zu Hause einzubringen. Damit all dies schon laufend für andere mitverfolg bar ist, schreibe ich täglich Berichte. Die bisherigen finden sich Hier; die letzten 3 Tage: Siehe ganz unten; ab morgen geht’s für einige Tage auf die Insel Iloilo – und dort bin ich voraussichtlich offline; die weiteren Berichte folgen daher erst danach.

 

Ich wünsche Euch fröhliche und nicht zu kalte Tage – hier haben wir seit 3 Tagen Regen und „nur“ für hier „fröstelnde“ 25-28°C. 😉

Liebe Grüße

Euer

Pfarrer Gerald

 

 

 

 

Fortsetzung meines Reiseberichtes: Studienreise zur Kirche der Philippinen (bisherige Reisebeschreibung  Hier)

 

Montag, 25. 1. – das Frühstück ist erstmals im Haus, weil es leicht regnet, was nicht viel an der Temperatur ändert. Wenn man verschläft, muss morgens alles schneller gehen – und es geht! 😉

 

Erneut ein Bibel-Teilen zum Einstieg – diesmal mit der Einladung, den Text nach dem, was mich „berührt/bewegt/inspiriert“ und „verwirrt, beunruhigt“ unterschiedlich zu unterstreichen; ein Weg, nach dem auch größere Gruppen leicht in Aktivitäten kommen können. Und wie immer beginnt und besonders endet das Bibelarbeiten mit freiem Gebet; es geht allen mittlerweile sehr locker von der Zunge.

 

Dann der inhaltliche Einstieg: Heute geht es um das schon oft angedeutet Thema der „Visionen“. Der erste Durchgang eine interessante Momentan-Einschätzung: Wo auf der Skala der gestrigen Kirchenbilder 1-4 erleben wird unterschiedliche Gruppen unserer Heimatkirche. Die Engagierten werden eher geschlossen im Bereich der Bilder 3 und 4 (meist an deren Schwelle) eingeordnet, die Gesamtheit der Katholik/inn/en im Mittelfeld, die Kleriker mit der größten Spannweite. Es scheint, dass die engagierten Kirchenglieder die prophetische Gruppe sind, die Kleriker nicht selten die nachhinkende. Marc weist darauf hin, dass nicht so sehr der Ort, als die vorhandene oder fehlende Vision entscheidend ist; und für die Weiterentwicklung die Frage, ob ich meine Vision allein pflege oder mit anderen teile. Und sie definiert Vision: „ „Ein bewusstes Träumen von dem, was man unbedingt erreichen will, um seinem Leben Bedeutung zu geben.“ oder „Ein inneres Bild eines zukünftigen Zustandes.“ – vergleichbar den aufgehängten Bildern im Reisebüro oder Martin Luther Kings „I have ad dream!“.

Sprichwörter 29:18: „Ohne Vision verkommt das Volk!“ Ohne prophetische Ideen ermüdet das Volk – es wird zur ständigen Wiederholung der Vergangenheit verurteilt. Hier erwähnt Marc das Bild des „Dinner for one“: The same procedure as every year, obwohl in diesem Film Jahr für Jahr weniger Leute teil nehmen.

 

Einige der weiteren Ausführungen von Marc zum Thema Vision:

 

Eine gemeinsam geteilte Vision:

1) … ergreift die Menschen und gibt ihnen Energie

2) … ermutigt dazu, die Initiative zu ergreifen, um gemeinsame Ziele zu erreichen.

3) … ermöglicht es, Prioritäten zu setzen.

4) … gibt dem Leben einen Sinn und macht das Leben bedeutungsvoll.

 

Verantwortung der Leitenden:

1) Es gibt eine Vision,

2) sie wird von allen verstanden,

3) möglichst viele besitzen und teilen sie.

 

… und muss daher sein ein/e gute/r

*) Zuhörer/in

*) Lernende

*) Auswählende

*) Zusammenfüger/in

 

Die/Der Leitende muss der Ermöglicher/in sein, „die Zündkerze“ (nicht der Motor) à ich darf nicht laufend & isoliert der Starter sein – es braucht den Motor, der’s aufnimmt; sonst bleibt‘s „das, was der Pfarrer will…“. Weder fällt eine Vision vom Himmel, noch wächst sie nur von unten – sondern: beide sind beteiligt!

 

Wie entsteht eine Vision:

*) Schau zurück: Was hast Du gelernt?

*) Was macht Dich unruhig: Zeichen dafür!

=> „Eine Vision siehst Du nicht im Schlaf – es ist das, was Dich schlaflos macht!“

*) Schau Dich um – was stößt anderen zu?

Weil: Eine Idee wird nur dann groß, wenn die Menschen dafür bereit sind.

*) Schau nach vorne: Was ist das große Bild (Manager sucht Lösungen, Leader schauen voraus!)

*) Schau nach oben: Was erwartet Gott von uns?

*) Schau zur Seite: Welche Ressourcen und Möglichkeiten stehen zur Verfügung.

Beachte: Die größte Ressource sind die Menschen.

Beachte: Eine Vision kann nicht gelehrt werden – sie muss ergriffen werden!

vom sich verpflichtet Wissen zum begeistert Sein;

1 Meile mitgehen => mehr Meilen als verlangt mitgehen

 

Was verhindert eine gemeinsam geteilte Vision?

*) begrenzte Leiter: keine Vision, wozu soll er dann für Vision sorgen?

*) ausschließlich konkret Denkende

*) Dogmatiker: alles muss ganz sicher sein

*) ewige Verlierer

*) zufriedene Sitzer

*) Traditionsverliebte

*) Problemsucher

*) Selbstverliebte: denken nur an sich – was bringt es mir?!

*) Schwarzseher, Scheitern-Vorhersager

=> Wichtig: sich mit diesen Gruppen anfreunden (sie zu Freunden machen);

wichtig, sie zu verstehen und über die Beziehung sie in den Prozess mitzunehmen.

 

Visionlevels:

Einige Leute sehen die Vision nie (die an ihr vorüber gehen)

Einige Leute sehen die Vision, aber gehen ihr nicht nach (gehen passiv hinterher)

Einige Leute sehen die Vision und verfolgen sie – Leistungsträger

Einige Leute sehen die Vision, verfolgen sie, stecken andere an, sie zu sehen und zu verfolgen à Leiter

 

Eine Vision ist ein Traum, der in der Realität verankert ist.

 

Eine Vision wird nur – Grundsätze für Leiter:

*) Leidenschaft und überzeugt sein im Bezug auf die Vision

man muss ihm ansehen, dass er sich dafür einsetzt

*) Handle glaubwürdig – das ist bedeutungsvoller als Worte

=> Weniger wichtig ist das Motto zum Wiederholen, als das Modell, das ich sehe!

*) Beziehe andere in die Realisierung der Vision mit ein

*) Ermutige dazu, Risiken einzugehen auf dem Weg der Realisierung

*) Zeige Wertschätzung für Initiativen

*) Beziehe Ideen von möglichst vielen mit ein

*) Feiere kleine Erfolge

*) Organisiere die notwendige Unterstützung

 

4 Typen, die ideal sind, eine Gruppe von der Vision zur Handlung vorwärts zu bringen:

*) Menschen, die einen Traum haben

*) Menschen, die planen und Ziele setzen

*) Menschen, die konkrete Initiativen erreichen; aus dem gibt es natürlich Konflikte

*) Menschen, die für harmonisches Zusammenspiel sorgen

 

Eine geteilte Vision ist:

*) kurz

*) einfach (in der Sprache der Menschen)

*) begeisternd-sehnsuchtsvoll

*) elektrisierend-energieschenkend

 

Fragen zur persönlichen Reflexion:

1) Hast Du eine persönliche Vision?

2) Hast Du eine Vision als ein/e in der Pastoral Tätige/r

3) Sind beide in der gleichen Linie

4) Habt Ihr eine Vision als Diözese?

5) Sind Deine persönliche Vision, deine Vision als pastoral Tätige/r in einer Linie mit der Vision der Diözese?

 

Der äußerst dichte Vormittag endet mit dem Zitat „… und wenn ich nur einen Stein in den Fluss werfe, wird der Weg des Flusses nie mehr der gleiche sein!“

… für mich war’s eine gute Zusammenfassung von nicht neuen Inhalten, die aber aus dem begeisternden Mund von Marc nochmals besonderen Charme entwickeln.

 

Es steht der Nachmittag an: Der Weg einer Pfarre/Diözese zur gemeinsamen Vision

Wir gehen verschiedene Phasen dieses Weges exemplarisch durch – und versuchen, ein solches Szenario nachzuerleben:

 

Vorbereitungs-Phase: Was ist meine „Urfeuer“, was bewegt mich grundsätzlich?

Jede/r ist eingeladen, dies mit prägnanten Worten zu sagen und als äußeres Zeichen von einer Kerze Feuer holen: „Danke für das Feuer der…“, jeweils mit Liedruf umrahmt.

Und es folgt die Einladung, einander die Kerze zu überreichen: „Lass Dein Feuer in Dir brennen…!“

 

Beratungs-Phase: allgemeines Sammeln der Umstände, in denen sich das Leben abspielt (im Rahmen einer Klausur, Pfarrversammlung, …)

*) Ökonomisches / Wirtschaftliches

*) Politisches

*) Soziales

*) Kulturelles

*) Religiöses

*) Ökologisches

… und all das jeweils im Hinblick auf alle Menschen, die hier wohnen.

Eine spannende Sammlung von Themen zeigt sich – viel mehr als die typisch innerkirchlichen.

Ein Weg dazu: Es ist in einer größeren Hinausgeh-Interview-Aktion eingebettet: Jede/r Kirchenengagierte nimmt sich vor, 3 Personen zu fragen (1 interne, 2 bewusst Außenstehende);

Aleli erzählt von einem schönen „Nebeneffekt“: Viele Menschen spüren plötzlich, der Kirche nicht egal zu sein: „Die interessieren sich für mich!“

Das Ganze mit 3 Fragen:

1) Was macht mich in der Nachbarschaft in diesem Bereich glücklich?

2) … was traurig

3) Welche Art von Kirche korrespondiert mit dieser Situation (nicht „meine Wunschkirche“)?

 

Phase auf Diözesanebene: Entwurf einer Visionsformulierung im Zusammentragen der auf anderen Ebenen erarbeiteten Ergebnisse à eine gemeinsame Visions- & Missionsformulierung

3 wichtige Teile: Wer „besitzt“ das Statement – wer sagt es?

Was? => Worum geht’s?

Wie? => Wie Umsetzung?

Dafür eine möglichst breit getragene Einigung!

 

Phase der Prüfung: Auf Kapellen-Ebene: Passt das?

 

Phase der endgültigen Festlegung durch ein vorher festgelegtes Komitee

 

Geteilte Vision – diese feiern auf Diözesanebene

Festlegung einer Priorität für 3 Jahre

=> Ziele & Aktionen

 

Umsetzungsphase

In Folge: In der Pfarre kann eine sekundäre Priorität (das zur Diözesanpriorität passen muss) fixiert werden.

Nach 3 Jahren: Evaluierung, Festlegung der nächsten Priorität (für 3 Jahre)

am Ort: Immer wieder auch auf alte Haus-zu-Haus-Umfrage zurückgreifen: Damalige Sammlung macht das Gesamt-Motto konkret & gibt Anknüpfungspunkte.

 

… ein Tag, der eine große Fülle von Inhalten und strategische Maßnahmen bündelt. Ich finde einige sehr interessante Ideen darunter:

*) Eine Umfrage, die bewusst Außenstehende in den Blick nimmt („Fragt 1 Kircheninsider/in – und 2 Außenstehende…“)

*) Die Bandbreite der abgefragten Themen – das Kirchliche erst an 5 Stelle

*) Die Idee, immer wieder zwischen unterster „Kapellen-Ebene“ und Gesamt-Ebene (Diözese) abzustimmen und abzugleichen

*) Das deutliche Ernst- und in den Blick-Nehmen einer gemeinsam gesuchten und gefundenen Zielformulierung („Vision“)

Und dennoch: Die Fragen sind eher mehr geworden. Es bleibt der Eindruck, heute viel Technisches zusammen getragen zu haben, ohne noch viel in der Frage weiter gekommen zu sein, was ich in meiner Situation von Kirche tun kann. Die Begeisterung von Marc hat angesteckt, der Nachmittag war schon recht anstrengend und wieder weiter weg von unserer Praxis; doch: Die Fragen arbeiten in den abendlichen Gesprächen kräftig weiter.

 

Wir schließen den Tag mit einer sehr stimmigen Messe: In kürzester Zeit waren Abläufe, Lieder, Umstände und anderes festgelegt, ein sehr passendes Feiern möglich, wo Erlebtes, alltägliche Lebenssituation, biblische Inspiration und Feiern im Angesicht Gottes in stimmiger Weise Platz hatten. Wenn ich da an manch verkrampfte und aufgesetzte Mess-Situationen in anderen Priester-Zusammenkünften oder Kursen denke?! Seit Nachmittag war der Strom ausgefallen – das gedämpfte Notlicht aus dem Generator war der Stimmung zusätzlich zuträglich. Persönlich lud ich ein, meinen Vater auch bewusst herein zu holen, der genau heute seinen 80. Geburtstag hat, ihn aber schon in der ewigen Heimat feiert – und dadurch im Eucharistiefeiern in ganz intensiver Weise auch hier ist.

 

 

Di, 26. Jänner – ein neuer Tag, wieder mit Regen begonnen, was an der für hier „eiskalten“ und für uns extrem warmen Winter-Temperaturen nichts ändert.

 

Diesmal zum Einstieg (wieder unter einem Dach am Meerufer) kein klassisches Bibelteilen, sondern ein „Gebetstreffen“. Gleich die Frage, was dies von einem der – in den meisten Kapellen üblichen – Wort-Gottes-feiern unterscheidet: Freie Gestaltung (ohne genaue Vorgaben, wie sie – „zumindest theoretisch“ – für die Sonntags-Wort-Gottes-Feier bestehen).

 

Wir beginnen mit einem „Körper-Gebet“ in jede Richtung: Ich komme aus dem in diesem Bereich zutiefst leib-distanzierten Mitteleuropa, wo Gebet fast immer ein geistig-geistlicher Vollzug ist. Mir tut’s gut, mit dem ganzen Körper zu beten, mich ich die 4 Himmelsrichtungen zu verneigen, Gottes Wirken mit erhobenen Händen so richtig fließen zu lassen – alte, christliche Gebärden, die es in der österreichischen Liturgie und Gebetsgewohnheit ärmlich wenig gibt. Mein Entschluss: Dieser ganzheitlichen (und daher sehr christlichen) Gebetsart wieder deutlich mehr Raum in meinem pfarrlichen Alltag einzuräumen.

 

Dann ein Bibelgespräch zum heutigen Tagesevangelium (Mk 3,31-33. 34-35): Wir spüren nach, wer unsere „Eltern, Schwestern & Brüder“ im Glauben waren; da fallen mir Gott sei Dank einige sehr prägsame ein; und: Es macht mir große Freude, den anderen davon zu erzählen – jedes Statement mit Liedruf zum Gebet gemacht.  Der nächste Schritt: Jede/r überlegt, welche „Gnade“ ich brauche, um gut „weitergehen“ zu können: Und dann war jede/r eingeladen, in die Mitte zu treten, laut um diese Gnade zu bitten – und alle machen durch Geste & Gebetsruf deutlich, diese Gebetsbitte zu unterstützen… – Gebet, das das Leben spürbar aufnimmt und verstärkt…

 

Danach ein ganz anderer, methodischer Zugang: 4 Leute aus dem Bukal-Team laden zur offenen Diskussion über all das, was in den letzten Tagen in sehr dichter Weise uns geboten wurde.

Dann: An einem konkreten Fallbeispiel einer Pfarre, wo es um die Weiterentwicklung der pastoralen Situation geht, versuchen wir in die Diskussions-Szene einzusteigen; ein interessanter Versuch, wo einfache Pfarrmitglieder durch das gemeinsame dem Wort Gottes Nachspüren einander zu Prophetinnen und Propheten werden.

 

Einig Schlaglichter aus dem, was mir aus den Tages-Gesprächen wichtig geworden ist:

Die wichtigste Frage ist: Wo steht ihr als Kirche und wohin wollt Ihr? Es geht nicht darum, ein bestimmtes („besseres“) Kirchenmodell den Menschen aufzudrücken, sondern gemeinsam nachzuspüren, was jetzt dran ist.

Oft wird bei pastoralen Programmen nur die Führungs-Ebene einbezogen; eine Sache, die gestern deutlich anders war, weil ein sehr deutlicher Einbezug der und Wegweisung durch Basis und Außenstehende Platz gefunden hat; beteiligende und gemeinschaftliche Prozesse sind das „Um und Auf“.

Spannweite: Es gäbe ja viele, gute und neue Ideen – aber: Keine Zeit/Kraft/Geld/… dafür: Natürlich können wir rein alles weitermachen, was wir gewohnt waren/sind; aber: Dies erzeugt natürlich die gleichen Ergebnisse wie die letzten 10 Jahre, die aber nur 1-2% der Getauften erreichen. Und: Aus der Gewohnheit heraus gibt es meist weder Idee noch Wunsch nach Neuem.

Also: Es braucht Neuansätze!

Was verhindert, dass bei großer Beteiligung nicht wieder das Kirchenmodell 1 („alles durch den Pfarrer“) als Wunsch rauskommt?

*) nicht nur Kirchen-Gewohnte werden (an)gefragt, sondern „alle“ – dadurch ganz neue Fragen/Ideen/Zugänge…

*) 1. Frage ist nicht: „Welche Kirche wollt Ihr?“, sondern – als Antwort auf die Frage „Was spielt sich ab?: „Welche Kirche braucht diese Situation (statt „wollt ihr“)?

*) Begleitung durch Bildungsprozess

Ganz wichtig: Anschauungsbeispiele schaffen: Konfuzius: Was wir hören, vergessen wir; was wir sehen: wissen wir; was wir tun, das bleibt in Erinnerung!

=> alles geht über Erfahrung!

Es braucht einen (oft langsamen) Prozess, der aber irgendwann einmal starten muss; also: Gehen wir’s an!

Und: Bildung ist unverzichtbar: keine kognitiv-verengte, sondern ganzheitlich-menschliche Entwicklung!

Und auch hier schon wichtig dafür: Schon die Bildungsvorgänge müssen partizipativ sein (sonst vermittelt man implizit eine falsche Botschaft…)

Ein Beispiel für ein Bewusstseinsbildung-Seminar:

1) das Leben – dies mit Anspiel, Lied, Erzählung, … herein bringen

Analyse: Was & Warum passiert da was?

Frage: Was hat diese Fragestellung mit dem konkreten Leben der Leute zu tun?!

2) Wort des Lebens: Bibel, die Licht darauf werfen soll

Ideen herein holen: Welche Bibelstellen (nicht nur die „üblichen“)

3) leben (kleingeschrieben): Was folgt daraus für’s leben

sich persönlich oder gemeinsam etwas vornehmen

und dies dann in Ritualform vor Gott

 

Am Ende des Nachmittags noch ein Blick auf die „SMART-Regel“ für Ziele:

S pezifisch

M essbar

A thainable/akzeptiert (angemessen)

R ealistisch

T ime-out (zeitlich) begrenzt / terminisiert.

 

 

Ein letzter Tag in Mary-Shore: Mi, 27. Jänner 2016; weiterhin Regen und „sehr kaltes Winterwetter“ (= 25-28°C). Das obligatorische Bibel-Teilen anhand des Tages-Evangeliums (Mk, 4,1-20 – der Sämann) geschieht heute mit Kopien verschiedener Ikonen: In einer Zeit der Stille war die Einladung, eines dieser durchbeteten Bilder (sie werden in Meditation & Gebet, im Zuge von Fasten & Vertiefung gemalt) in Ruhe wirken zu lassen, Details zu beachten – und in Stille sprechen zu lassen.

Ein Detail, das mir heute erstmals auffällt: Die von den Vögeln gefressenen und gemeinhin als „verloren“ gewerteten Körner: Und auch sie sind wichtig, die Vögel leben davon (und werden nicht zuletzt ihrerseits Nahrung für die Menschen); nichts ist von dem, was Gott säht, umsonst…

 

Zuerst ein Rückblick auf die letzten Tage – verbunden mit unsrem Anliegen, bei diesem dichten Programm einmal auch ein paar Stunden Ruhe zu haben; es gibt die Einigung, dass der Nachmittag „frei“ ist. Dann ein fokussierter Blick auf die BECs (Basis-Gemeinden): Es handelt sich nicht um ein pastorales Programm, sondern um neue/andere Art, Kirche zu sein; daher die so lange (tagelange) Einleitung. Es geht richtiggehend um eine Lebensform, die sich dann auf alle Lebensbereiche auswirkt. Ab morgen werden wir sie in der Realität ansehen.

 

Ein großer Schwerpunkt für jegliche Kirchenentwicklung: „Formation“ – es geht um Entwicklung, Förderung und Bildung von Menschen. Estella berichtet uns, welch großen Schwerpunkt sie in pastoralen Feldern wie Diözesen oder Pfarren darauf legen, gute „Formation-Teams“ zu bilden, die einen möglichst breiten Querschnitt der Betroffenen repräsentieren (es kann daher nie allein das Team der „Haupt-Pastoral-Zuständigen“ sein). Wenn ein solch breit aufgestelltes Team geistlich eingebettet und inspiriert einer guten Vision nachgeht, dann sind wesentliche Voraussetzungen gut im Laufen: mit Gesprächen, Vorführungen, Rekollektionen, politischen Gesprächen, Gottesdienstlichem u. Ä.

 

Und dann eine mir sehr zu denken gebende Zahl: Wenn im normalen, philippinischen Alltag 1% der Getauften aktiv mit dabei ist, sind in BEC-geprägten Bereichen etwa 25% aktiv involviert – manche Diözesen berichten sogar von 60%. Auch wenn hier vielleicht manches übertrieben ist – auch nur eine Verfünf- oder Verzehnfachung wäre eine extreme Veränderung. Ich beginne zu träumen: Plötzlich 5 oder 10 oder sogar 20 Mal so viele Menschen, die sich in geistlichen Gruppen meiner Pfarren einbringen… – was macht es aus, dass dies glücken kann? Dieser Frage möchte ich in den nächsten Tagen ganz intensiv nachgehen.

 

Und: Estella berichtet noch ein bisschen aus der Geschichte der BECs: In den 90er-Jahren (nach jahrzehntelanger Diktatur bis 1986) gab es eine große Entwicklung für BECs. Mittlerweile haben sich 90 (!) % der Philippinischen Diözesen grundsätzlich für diesen Weg entschieden. Die Grundausrichtungen der BECs – im Widerstand zur politischen Diktatur entstanden – war ursprünglich viel politischer. Als diese Bewegung populärer geworden war, ging damit auch einige Kraft verloren; auch der klare politische Feind hat gefehlt. Die Schwerpunkte wurden auf Liturgie & Bibelteilen verlegt – in den letzten Jahren kommt die Ökologie als aktuelle Herausforderung dazu.

 

Und der Vormittag geht mit einem Vorausblick auf die nächsten 5 Tage auf der Insel Iloilo zu Ende, wo es darum geht, das konkrete Leben der BECs konkret & praktisch kennen zu lernen. Der Vormittag dauert bis nach 13 Uhr – um 17 Uhr ist Treffpunkt für die Abendmesse in der Kathedrale; mein erster freier Halbtag nach 2 ½ Wochen ist nicht sehr lange… 😉

 

Am Abend: Eine kräftig besuchte Messe in der Kathedrale – das Hinfahren erfolgt mit den öffentlichen Gefährten, wo 20 Leute eng aneinander sitzend quer durch die Stadt befördert werden. Der Tag schließt bei einem festlich vorbereiteten Abendessen am Meer – die riesige Gastfreundschaft des Bukal-Teams kommt in der liebevollen Gestaltung wieder ganz besonders zu tragen. Mit einigen persönlichen „Wiener Geschenken“ bedanken wir uns… – der letzte Abend an diesem Ort klingt gemütlich plaudernd aus! Für kurz nach 7 Uhr ist morgen die Abfahrt zur Insel Iloilo angesetzt!

 

 

Fotos & Berichte von anderen: Siehe Blog https://www.erzdioezese-wien.at/blog/b10596.

Extra-EliFlo-Infos: laufender Philippinen-Reisebericht

Liebe Freunde!

 

Ich habe mehrere Anfragen bekommen, mit weiteren Reisebericht-Infos nicht auf nächste Woche zu warten.

Daher werde ich die nächsten Berichte öfters schicken, damit alle, die wollen, das hier Geschehene gleich mitverfolgen können: Lesen, überfliegen, später nachschauen… – wie jeweils gewollt.

Div. Fotos und andere Berichte weiterhin unter https://www.erzdioezese-wien.at/blog/b10596.

 

Wenn es jemand nicht interessiert: Bitte um Verzeihung für die zusätzlichen eMails – bitte einfach löschen!

Wer’s lieber hat: Ich kann gerne Adressen für diese eMails aus dem üblichen Eli-Flo-Verteiler nehmen!

 

Liebe Grüße aus der Wärme!

Euer

Gerald

Update:

Philippinen-Reise 2016 – Bericht Gerald Gump

 

Fortsetzung Bericht Philippinen-Studien-Reise in Sachen Kirchenentwicklung

 

Sa, 23. Jänner – heute steht ein Kennenlernen der Insel am Programm. Mit großem Stolz zeigen uns unsere Gastgeber/innen ihre Heimat; irgendwie scheint es ein stimmiger Vollzug, nicht nur „große theologische Vollzüge“ zu besprechen und kennen zu lernen, sondern auch „Land und Leute“ völlig untheologisch zu erleben. Eine erste wichtige Station war eine Kapelle mitten im Gelände einer großen Zuckerrohr-Fabrik – das Altarbild ist „the Angry Christ“ (der „Zornige Jesus“): Und es stimmt: Es ist eine etwa 50 Jahre alte Kirche mit einem böse dreinblickenden Jesus als dominierendes Hauptbild. Im Gespräch mit dem Pfarrer kommt dies natürlich sehr schnell zur Sprache – er argumentiert, dass man in den Augen auch Liebe sehen kann, die haltenden Arme des Vaters drücken dies auch aus – und natürlich ist Jesus primär der Liebende & Zärtliche. Die Worte bleiben blass – wobei: Ich täte mir wohl auch schwer. Im Weitererzählen kommt auch zur Sprache, dass sein Vorgänger einige Jahre das Bild überhaupt abgedeckt hatte – ich verstehe es. Einerseits finde ich den Ansatzpunkt des „Angry Christ“ schon spannend: Abgesehen davon, dass Jesus (neben unzähligen leblosen, blutleeren und kitschigen Darstellungen) endlich einmal voll Kraft & Saft dargestellt wird, könnte es für mich schon ein tolles Symbolbild sein: Jesus, der angesichts des Unheils in der Welt, der Umweltzerstörung, der Gewalt, des Krieges, des Missbrauchs… zutiefst ärgerlich wird, ihn all dies nicht kalt lässt und er sich engagiert & emotional auf die Seite der darunter Leidenden stellt… – andererseits: Ich wollte nicht Sonntag für Sonntag in solch ein Jesus-Bild schauen…

Doch zur Schilderung der Gottesdienst-Situation durch den Pfarrer – am Sonntag helfen zwei in der Schule angestellte Priester mit; in der Pfarrpastoral ist er als Priester allein: Die Pfarre hat etwa 9.000 Katholiken mit vielfältigen „Chapels“ – Außenstellen. Früh morgens am Sonntag (ich glaube, es war von 6.30 Uhr die Rede) wird Eucharistie in der Pfarrkirche gefeiert – dann nehmen vielfältige Katechist/inn/en eucharistisches Brot in die Außenstellen mit und feiern dort am Ort Wort-Gottes-Feier mit Kommunionspendung. Und irgendwie scheint es eine halbwegs stimmige Lösung zu sein…

Viele Gedanken gehen mir durch den Kopf: Sie haben einen Weg gefunden, mit der Situation möglichst gut umzugehen – gut so. Wort-Gottes-Feiern mit Kommunions-Spendung ist nicht so mein Ding – es hinterlässt mir den etwas schalen Beigeschmack, dass der Gottesdienst erst durch die Kommunion seinen Wert hätte – und gerade hier auf den Philippinen, wo das Wort Gottes (berechtigterweise) so hoch geschätzt wird, hätte ich auf eine andere Wertigkeit gehofft. Andererseits: Die Menschen erleben alltäglich (allsonntäglich), dass sie nicht „irgendwo hin müssen“, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern, sondern sie am Ort Glauben & Leben teilen (& feiern). Toll ist’s auch, eine große Gruppen von engagierten Gottesdienst-Leiter/inne/n zu haben, die das offensichtlich stimmig gestalten. Es gibt zwar eine detaillierte Textvorlage, aber: „Ich glaube, die meisten halten sich daran…!“ erklärt der Pfarrer! 😉

Vielleicht braucht unsere Kirche noch einige Zeit solche Behelfsformen,  um den Schritt zu machen, dieserart Gottesdienst-Verantwortliche zu weihen. Es wäre die Chance, dass die mir so kostbare Sakramentalität unserer gerade katholischen Kirche sinnvoll gelebt (statt ausgelagert im Zentrum konzentriert gefeiert) wird.

Zum Schmunzeln anregender Schlusspunkt: Ein Plakat am Kirchenausgang: „How old is your Church?“ – Wie alt ist Deine Kirche? Penibel genau sind vielfältige Kirchen gelistet – klar von der 1. Zeile angeführt: „Kath. Kirche – gegründet 33 n. Chr. von Jesus Christus“ – und darunter andere Kirchen & Daten mit deren (natürlich nicht-jesuanischen) Gründern. Mit dem Verfasser möchte ich nicht über Ökumene im Geist des II. Vatikanums diskutieren müssen! 😉

 

Im Bus kommt die Rede auf die Arbeitsmöglichkeiten: Viele sind in der Zuckerrohr-Herstellung beschäftigt – 3 Monate Erntezeit und 9 Monate ohne Arbeit. Das heißt: Leben auf Pump – um dann wieder aufgenommene Schulden abzuarbeiten. Und einige Landlords nützen dies auch ungeniert aus – es gibt auch moderne Sklaverei…

 

Der Mittag läuft gemütlich in einem Thermen-Ressort – einige erklimmen einen Berg samt Wasserfälle (wo ich mir denke: Wenn der Mensch jetzt endlich die Seilbahn erfunden hat, warum soll ich…?), ich ziehe Schwimmen und Mittagsschlaf vor; schön, einmal auch einen ruhigeren Tag zu erleben.

 

Ein ganz anderer Eindruck am Nachmittag: Inmitten einer auf Umweltfragen spezialisierten Universität eine aus Abfällen erbaute Kapelle: alte Flaschen, Sand, Müll, Glassplitter, … einmal ein nicht-europäisch geprägter und sehr stimmungsvoller Kirchenraum. Ich erinnere mich an manche Afrika-Reisen, wo – ebenso wie hier – die meisten Kirchen im europäischen Stil sind. Ich empfinde, dass das Europäische doch als das Eigentlichere, das Kirchlichere und Höherstehende erlebt wurde – die heutige Kapelle zeigt: Es geht auch anders – sogar mit sehr beschränktem Material (die Kapelle ist ungemein stimmungsvoll – schöner als viele „prächtigen“)!

 

Dann Vorabendmesse in einer sehr voll besetzten Klosterkirche der Karmelitinnen: Die Liedtexte per Beamer projiziert, Abläufe und Umstände „… wie halt eine normale Sonntagsmesse“, alles sehr diszipliniert und geordnet. Während der Bibelstellen, Gebetstexte und Lieder sind vielfältige (für mein Empfinden sehr kitschige) „fromme Bilder“ eingeblendet. Mir gefällt die Idee grundsätzlich, wenn sie auch manchmal vom Mess-Geschehen eher etwas ablenkt. Die Bildauswahl widerstrebt mir: Beim Glaubensbekenntnis der herrschaftlich thronende Gott, der kitschig-leblose Jesus, … – meine Gottesbilder sind andere. Es zeigt mir aber neu, wie mächtig Bilder sind – sie vermitteln (oft unbemerkt) so viel. Danach gab’s eine Gespräch (durch’s Gitter) mit den Nonnen – und heim zum Abendessen.

 

In der abendlichen Austauschrunde ein interessantes Thema zusätzlich: Via Facebook wurde natürlich einiges gleich kommuniziert, geliked, gepostet usw. (es ist nicht meine Welt – ich kenne mich dort nicht aus). Und natürlich waren es weniger die Fotos der stundenlangen Gespräche und Diskussionen, sondern Sonnenuntergang, Buffet, gemütliche Runde usw. Einige berichten, dass dies auch ungute Reaktionen hervorgerufen habe: Warum überhaupt solch eine Reise, die urlauben eh nur, und das auf Kirchenkosten, … Eine spannende Frage, wie damit sinnvoll umgehen?! Eine „Nachrichtensperre“ wäre ein Blödsinn (wie auch unmöglich und unchristlich) – wir sind ja auch schließlich nicht für uns selbst da. Natürlich: Jedes Bild lässt sich missdeuten – aber andererseits: Es ist spannend, wie schnell heute Informationen in die Breite gehen – vor jeglichem „offiziellen“ Äußern oder Erleben von Ergebnissen, Folgen oder positiven Effekten des Erlebten für Diözese oder Pfarre. Und interessante Fragen: Ideal wäre, wenn alles lückenlos dokumentiert und fotografiert werden kann – auf der anderen Seite: Es würde zur künstlich-aufgesetzten Stimmung, wenn bei jedem Tanz, Überlegen, Nachdenken etc. 5 min d’rauf „die ganze Welt“ (einmal im Facebook publiziert ist nie mehr „einzufangen“) ein Foto von mir dabei sehen könnte.

Eine spannende, neue Herausforderung – vor 20 Jahren wäre das undenkbar gewesen. Ich persönlich beschließe, einfach weiterhin laufend „meine Leute“ zu informieren – schön, wenn ich gleich „am Weg“ Menschen in das mitnehmen kann, was mich bewegt und wo ich sehr hoffe, viele Impulse zum Wohle „meiner Pfarren“ zu bekommen, die wir dann gemeinsam überlegen, adaptieren und manches auch anwenden…

 

 

Sonntag – „Tag des Herrn“ (24. 1. 2016) und wirklich ein weiterer, sehr schöner hier: Wir leiten ihn schon am Vorabend mit der oben erwähnten Messe ein.

 

Wir starten – learning by doing – mit einem Bibel-Teilen zum Tagesevangelium, allerdings in einer quasi Hütte vor dem offenen Meer. Das Bibelteilen ist wohl für die meisten von uns vertraut – heute eine neue Methode: „3 RSS“ = 3 x read (lesen) – silence (Stille) – share (teilen). Wir lesen den Text – dann 3-4 Minuten Stille & Austausch; im ersten Durchgang mit der Anregung, einzelnen Worten/Sätzen/Gedanken nachzuspüren, beim 2. Durchgang mit der Frage, was mir Jesus mir persönlich sagt, bei der 3. Einheit die Einladung hinzuhorchen, zu welchem Handeln uns das Wort Gottes anleitet, was nicht durch Austausch, sondern Gebet abgeschlossen wurde.

 

Mir zeigen sich manche Stärken dieser Art des Bibel-Teilens: Durch das 3malige (und dafür kürzere) Stille-Halten & Austauschen wird die Sache konzentrierter und persönlicher, als wenn’s „in einem“ (wie sonst oft üblich) wäre; es ist ein von Schritt zu Schritt tiefer Gehen, persönlicher Werden. Auch ist wohl eine 3fache und dafür kürzere Stille für einige einfacher.

Die Begleiterin führt zu dieser Methode drei Variationen an: im 3. Durchgang lässt sich einfach im Gebet austauschen, konkrete Vorhaben sammeln, wie auch eine Kombination aus beidem. Die konkreten Vorhaben sind natürlich bei Gruppen eine Chance, wo nach regelmäßiger Zeit auch gemeinsam zurück geblickt werden kann, was aus den Vorhaben geschehen ist: Bibel, die ins Leben greift!

Bibelgespräche sind mir vertraut, Bibelteilen auch – und doch ein neuer Impuls, in diesen einfachen Wegen die Bibel noch mehr als Grundlage für Gruppentreffen oder Besprechungen her zu nehmen, und so einfach.

Nach einer Pause folgt ein dichter Studientag – 3 aus dem Bukal-Team referieren verschiedene Momente der Kirchenentwicklung. Father Marc erzählt von einer persönlichen Kennenlern-Geschichte mit diesen Modellen – und der großen Parallelität zur Entwicklung eines Menschen von Kleinkind-Zeiten an. Je ein Team-Mitglied stellt ein Stadium vor, Momente kirchlichen Lebens, die mir allesamt bekannt sind, wo es aber dennoch gut tut, sie einmal in einem kompetenten Kreis gemeinsam anzusehen:

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Phase 1: versorgte Kirche:

Ein klassisches Kirchenbild: Alle(s) ist (sind) auf den Priester konzentriert – und (nur, wenn überhaupt) mit ihm in Kommunikation. Der Pfarrer steht auf einem gewissen (imaginären) Podest. Wer Probleme hat, geht zu ihm – zu wem auch sonst. Das Modell funktioniert – na klar, doch verlangt es viel vom Pfarrer und eröffnet nur sehr eingleisige Potentiale; aber: „Die Welt ist in Ordnung“, alles ist unter Kontrolle und gut versorgt. Letztlich ist’s egal, ob die Rolle ein Pfarrer, die Gemeindeschwester oder ein engagierter „Kirchenvater“ einnimmt: Es ist die Haltung des Versorgens. Und es hat auch viel Einfaches: Wenn eine(r) verantwortlich ist, gibt’s auch klare Zuständigkeiten, wenn was schief geht… Es gleicht der Situation von kleinen Kindern, die unhinterfragt versorgt werden.

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Phase 2: Kirche der Helfer

Auch, wenn das Bild unübersichtlich wird: Grundsätzlich geht es verwandte Wege. Der Priester sendet einen kleinen Kreis von Engagierten aus (bei uns wohl „Hauptamtliche“), welche die „verlängerten Arme des Pfarrers“ (Papst Pius XII) sind – es wird geholfen, wo es nötig ist; doch letztlich bleibt die Verteilung der Verantwortlichkeiten gleich, nur breiter aufgestellt. Es geht weiter um Bedarf und Hilfe, das Defizit ist der Ausgangspunkt. Die typische Frage: Herr Pfarrer, kann ich Ihnen helfen?! Der Priester bleibt der eigentliche Inbegriff der Kirche, wenn auch manches professioneller und intensiver geworden ist.

 

Doch: Was passiert, wenn es sich nicht mehr ausgeht? Wenn es sich zeigt, dass das System nicht mehr passt, vieles offen bleibt?

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Phase 3: die erwachende Kirche:

Die Fragen werden drängend:

*) „Was heißt es, heute Christ zu sein?“

*) Wie verbinden wir Glauben und Leben? Was heißt unser Glaube z. B. angesichts der Flüchtlingssituation?

*) Dagegen: „Warum Sorgen machen?“ Es ist dafür der Bischof / Rom / der Pfarrer / … zuständig; die Fragestellungen gehen auseinander…

*) Warum tue ich mir das überhaupt an? Passt diese Form von Kirche für heute?

*) „Was ist meine Rolle“ – als Pfarrer, als Mitwirkende/r?

Es wird konfus, verwirrend, nicht einfach auszuhalten; das „Kind“ kommt in die schwierige Phase der Pubertät: schwierig für alle Beteiligten, aber doch unverzichtbar. Und: Es hat „Pains“ (Schmerzen) und „Gains“ (Gewinne) zur Folge:

Pains der Leader (Leitenden):

*) Bedeutungsverlust, Identitätskrise, Machtverlust, Einsamkeit

*) „Ich bin schuld, dass es nieder geht, weil ich’s nicht schaffe…“

*) alles zerfällt – und genau ich sollte ja Einheit/Miteinander sicherstellen…

… wie Eltern, wenn Kinder in die Pubertät kommen.

Nicht selten hat es die Flucht in Parallel-Welten oder Verleugnungen zur Folge.

Gains der Leader:

*) Ich kann jetzt auch Schwächen zulassen – ich muss (kann/brauch) nicht (mehr) „allwissend“ sein

*) Entlastung, weil ich eh nicht mehr alles schaffe, weniger Druck

*) Akzeptanz der eigenen Schwächen

*) Freude: viele reden/überlegen zum ersten Mal über Kirche… – es ist ihnen nicht egal!

Aber: Der Gewinn ist nicht einfach zu sehen…

Pains der Laien:

*) Wir werden weniger…

=> Überforderung – Was sollen wir nicht noch alles tun?

=> Rückzug: Weil’s mir zuviel ist

*) Es gibt so viele Fragen (in Kirche, aber auch heute in unserer Welt)

*) schmerzvolles Erleben des Grabens: Das Kirchliche hat mit Leben nichts mehr zu tun

*) Rückzug in eigene Milieus (Gefahr, aber auch Überlebensstrategie); unsere heutige Medienwelt macht es leicht (im Kreis gleichorientierter „Freunde“ im Facebook, vorgefilterte Google-Auswertungen… – ich werde laufend Bestätigung finden!

*) Gefühl: Wir sind wenige geworden – die Kraft des größeren Miteinanders fehlt

… und noch dazu wird unsere Kirche immer bedeutungsloser

Gains der Laien:

*) größere Selbständigkeit – dadurch näher am (eigenen) Leben dran

*) sie beginnen, Fragen zu stellen, diese auszudrücken, …

*) Gemeinschaften sind kleiner – und dadurch auch tragfähiger

Die Pubertät ist unangenehm, aber unverzichtbar; in der Kirchenentwicklung kann sie zum Sprungbrett der Weiterentwicklung werden – oder zum Zurückfallen anregen: Gehen wir in die alten Systeme zurück…; wo dies geschieht, ziehen sich die Menschen zumeist zurück, die Pasta passt nicht mehr in die Tube!

Und: Viele von uns erkennen augenblickliche Kirchen-Situationen hier wieder.

Ohne Gott, als reine Organisation wäre hier der Zusammenbruch logisch – aber: Es spielt eben noch jemand anderer mit: In aller Krise erwacht Neues – Tod & Auferstehung!

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Phase 4: Kirche der Dienste

Statt einer Person steht eine ganze Gruppe in der Mitte, vielfältiges Leben entsteht, dezentralisiert, aber verbunden. Die Umrisse des Auferstandenen (hoffentlich nicht der Schatten des Pfarrers) zeigen sich in den vielfältigen Gruppen. Viele wissen sich berufen, aktiv Kirche zu leben – mitzugestalten. Es sind Momente, die jedem von uns durchaus bekannt sind  – wenn Auferstehungserfahrungen aufblitzen, bei uns selbst, oder noch mehr im Miteinander von Gruppen, Gemeinden und Alltagsvollzügen der Pfarre.

All dies ist das Bewusstsein des Auferstandenen existentiell – und dies wächst nur, wenn manche vorherige Erfahrungen (oft leidvoll) durchschritten wurden.

Die Menschen wissen sich nicht mehr als Helfende, sondern von Gott in den Dienst Gerufene. Wenn der Priester ausfällt, fällt nicht das System zusammen; denn: „Mein Auftrag, meine Berufung von Christus her bleibt!“.

 

Hier kommt in unsere Diskussionen plötzlich viel Energie: Die Darstellungen schematisieren, doch die Wirklichkeit holt dies bei weitem nicht immer ein. Diese Dynamik zeigt mir, dass wir in vielem wohl gerade an dieser Schwelle der Kirchenentwicklung stehen, aber zugleich natürlich alle 4 Kirchen-Momente unseren Alltag laufend prägen. Marc führt seine Erfahrungen aus: Genau hier braucht es tiefe Bildungsprozesse der Verantwortlichen – dies kann niemand allein bewegen, es braucht Freiräume, es gibt Grenzüberschreitungen. Stimmig erarbeitete und gefeierte Liturgie ist ein wesentlicher Schlüssel. Es braucht die laufende Erinnerung, dass Kirche unser Gemeinsames mit gemeinsamer Verantwortung ist.

 

Doch: Es gibt weiterhin eine „Zentral-Gruppe“, bei der die Fäden zusammen laufen, die Einzelgruppen laufen eher spezialisiert, Nicht-Involvierte („Fernstehende“) fehlen. Es wird spürbar: Das Modell ist reizvoll, anziehend – aber keine Endgestalt von Kirche.

 

Hier wird die Wirklichkeit der Philippinischen Kirche thematisiert: 80% der Bevölkerung sind eingetragen katholisch, 20% kommen am Sonntag zur Kirche, aktiv (involviert) ist aber nur 1%.

Aus diesem Hintergrund gab’s die Einigung der Bischofskonferenz, grundsätzlich den Weg der „BECs“ (siehe Bericht Donnerstag & Freitag) zu gehen.

 

Basic-Ecclesial-Communitys tragen 4 Kennzeichen/Kriterien:

1) Nachbarschaft (sei es 20, 50, oder auch 8-10 Familien); wichtig: sie darf nicht zu groß werden, damit persönliche Beziehungen möglich bleiben

2) Reflexion über das Wort Gottes; Bibelteilen ist ein zentraler Vollzug

3) Dienst: es muss Folgen haben… (in Schwechat haben wir es genannt: „… damit andere etwas davon haben, dass es uns als christliche Gemeinde gibt!“)

4) Verbindung zur größeren Kirche – Teil der Gesamtkirche (Leib Christi)

=> u. a. Eucharistie, Sakramente, Kurse, Vertretung im gemeinsamen PGR, …

Ein wesentliches Ziel: Erreichen der vielen, die nicht in der Pfarrkirche etc. präsent sind; Versuch, diese zu involvieren!

 

Daraus ergibt sich

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Kirchenbild 5 – Gemeinschaft von Gemeinschaften

Im Mittelpunkt steht die Eucharistie-Gemeinschaft – kein Pfarrer, kein Team.

Gottes Wort inspiriert & drängt in die Welt, alle Getauften gelten als zugehörig – auch, wenn sie nicht zu den Meetings kommen. Der Pfarrgemeinderat setzt sich aus den Vertreter/inne/n der BECs zusammen – aber einzelne, die auf die Gesamt-Vision schauen, ergänzen das Team. Und – nicht unwichtig: Auch traditionelle Gruppen finden in diesem Miteinander ihren Platz.

Eine solche Kirche ist in Reinkultur kaum zu sehen, aber eine Vision, auf die es hinzuarbeiten gilt. An der Vision steht und fällt das Modell: Wenn viele davon träumen, kommt vieles in Bewegung.

Aus der zentrumsorientierten ist eine gemeinschaftsbasierende Kirche geworden – doch: Der Überstieg zu dieser Art ist weit schwieriger als der von einem der zuerst angeführten Phasen zur nächsten. Das Modell schafft offene Möglichkeiten, währen die Phasen 1-4 bald an ihre Grenzen stoßen.

 

Ich träume diese Vision gerne mit – aber: Wenn ich an Versuche in meinen bisherigen Pfarren denke, solche Gemeinschaften zu kreieren, Kirche so weiter zu führen – ich kann keine durchschlagenden Erfolge berichten. Die Zeit ist fortgeschritten – das Gehörte bewegt mich, der Gesprächsbedarf ist auch bei den anderen spürbar – doch: Marc beendet den Studientag aus Zeitgründen; und ich bleibe mit vielen Fragen zurück. Vielleicht ist auch die offen bleibende Frage Strategie des Teams, denn am Abend wurde natürlich intensiv weiter diskutiert und beraten…

 

Doch: Vor dem Abendessen noch eine „Gemeinschaftsliturgie“: Nach einem persönlichen Nachfühlen der 5 genannten Bilder stand die Einladung, jedem der 4 erstgenannten Phasen aus der eigenen Lebensgeschichte nachzugehen: Welche Bilder haben mich bewegt, wo ist das herabsehende Dominieren („Steig auf den Schemel – wo hast Du solches Herabblicken auf  andere selbst gemacht; bring es vor Gott…“) Teil meiner Geschichte oder Gegenwart, welche Sehnsüchte begleiten meinen Weg mit Jesus – wo wünsche ich mir, neu von ihm angerührt zu werden… – eine Liturgie-Form in 4 Aktiv-Stationen, wie ich sie von unseren Schwechater „Echtzeiten“ gut kenne. Mit Vater unser und Segen endet der Tagesverlauf, beim Abendessen gehen die Themen weiter…

 

 

Fotos & Berichte von anderen: Siehe Blog https://www.erzdioezese-wien.at/blog/b10596.

EliFlo-Infos vom So, 24. 1. 2016

Liebe Freunde in St. Elisabeth und St. Florian!

 

Diesmal schreibe ich vom anderen „Ende der Welt“ – ich bin mit einigen aus unserer Diözese auf einer Studienreise in der Kirche der Philippinen; dazu weiter unten.

 

Für Kinder & Familien: Herzlich willkommen diesen So, 24. 1. 2016, 15-17.30 Uhr: Familienfaschingsfest im Pfarrsaal St. Elisabeth: Herzlich willkommen  und bitte weitersagen (selbstverständlich für Familien aus allen Pfarren offen)!

 

Ein Bericht über unsere große Pfarrgemeinderäte-Klausur (PGRs aus allen 5 Pfarren unseres „Entwicklungsraumes“ waren mit dabei) samt Grundüberlegungen unserer „Gemeinsamen Pfarre in mehreren Gemeinden“ ab 1. 1. 2017 findet sich online HIER.

Vergangenen Donnerstag wurde im ORF ein Bericht über unsere gemeinsame Wärmestube gebracht: Nachzusehen HIER.

 

Die Arbeits-Gruppe „Spirituelle Verankerung“ auf unserem Weg zur zukünftig größeren Pfarre kam am Mittwoch im Kleinkreis zusammen – und hat einen neuen Termin avisiert: Donnerstag, 10. März um 20 Uhr im Pfarrheim St. Thekla. Folgende Impulse wurden zum Vordenken gesammelt:

*) Was gibt es in jeder Pfarre an ausdrücklich spirituellen Angeboten (neben den Eucharistiefeiern): z.B. Gebetsgruppen, Stundengebet…

*) Wo gibt es in diesem Bereich bereits Zusammenarbeit zwischen den Pfarren?

*) Welche Schritte könnte man rasch auf den Weg bringen (noch 2016)?

*) Was kann ab 2017 gemeinsam gemacht werden?

*) Was soll bewusst getrennt bleiben?

=> Herzliches Willkommen, hier mitzudenken!

 

Infos samt Anmeldemöglichkeit für die gemeinsame Fußwallfahrt nach Mariazell samt Bus-Nachkomm-Möglichkeit (Christi Himmelfahrt bis So, 8. 5. 2016) finden sich HIER.

 

Kaplan Zdzislaw ist ab kommenden Freitag auf Urlaub: Wir wünschen gute Tage!

 

Wie angekündigt bin ich selbst gerade mit 15 anderen unserer Diözese Wien (Dechanten, Verantwortliche in der Diözesan-Struktur, Mitglieder der Diözesanregierung) auf einer Studienreise auf den Philippinen. Es geht darum, einige vielsprechende Ansätze der philippinischen Kirche kennen zu lernen – aber nicht, um sie 1:1 zu übernehmen, sondern – wie es bei einem Vorbereitungstreffen geheißen hat – sie zu „kapieren, nicht kopieren“ (was das gemeinsame unterwegs-Sein einer reflektierenden Gruppe sicher begünstigt). Natürlich geht’s hier unserer Diözese nicht darum, „einigen Auserwählten“ einige nette Tage im Süden zu ermöglichen, sondern daran hängt die Idee, mit neuen Impulsen unsere Kirche von Wien – und bei mir wohl konkret in St. Elisabeth & St. Florian, sowie wohl auch im größeren Miteinander mit St. Karl, St. Thekla und Wieden – zu inspirieren.

Wer Interesse hat: Unten schildere ich meine ersten Eindrücke – heute am 3. philippinischen Tag.

Wir haben auch einen eigenen „Blog“ auf der Seite unserer Diözese – wer will kann hier auch laufend unsere Reise & Eindrücke verfolgen: https://www.erzdioezese-wien.at/blog/b10596 – unter dem Bild auf „weiterlesen“ gehen!

 

Ich wünsche Euch fröhliche und nicht zu kalte (J) Jänner-Tage; ich weiß gar nicht, ob es bei uns jetzt 28 oder 31°C sind (JJJ)!

Euer

Pfarrer Gerald

 

 

 

Studienreise 18. 1. – 5. 2. 2016 – Philippinen

persönlicher Bericht über meine Eindrücke; zusammengestellt von Pfarrer Gerald Gump

 

Der Bericht erzählt meine ganz persönlichen Eindrücke unserer Studienreise. 16 Personen aus der Wiener Diözesanleitung, Priester und Mitarbeiter der Diözesanstruktur sind hier unterwegs, um interessante Grundansätze aus der Kirche der Philippinen kennen zu lernen – und daraus Impulse für die pastorale Praxis von Diözese & Pfarren in Wien zu gewinnen.

 

Hier am Ort wird die Reise durch das Pastoralinstitut „Bukal ng Tipan“ (Quelle des Bundes) durchgeführt: Es liegt nahe der philippinischen Hauptstadt Manila (der zweite Kursort des Instituts liegt auf der Insel Negros). Das Institut hat im Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils zahlreiche erfolgreiche pastorale Methoden und Praktiken entwickelt, wo aus der praktischen Pastoralarbeit mit dem Ansatz auf der Theologie des Volkes Gottes und des gemeinsamen Priestertums Grundlinien erarbeitet wurden.

 

 

Erste Eindrücke meiner Studienreise in die philippinische Kirche:

Die Anreise (Abflug Mo, 18. 1. 2016 – abends) war lange (Zwischenstation in Dubai), aber für mich eigentlich sehr ok; ich konnte viel schlafen; vielleicht hatte ich ja etwas nachzuholen… 😉

Die ersten Eindrücke spät am Abend in Manila ankommend: bewegter Flughafen, viel Leben, viel an Lichtern (ein Mittelding zwischen Weihnachts- & Faschingsbeleuchtung) – und gleich ein Schwall Hitze, der trotz später Stunde entgegen kam. Father Marc, ein Priester aus Belgien (wenn auch ein halbes Jahrhundert schon auf den Philippinen) und Gründer des Zentrums, empfängt uns ganz liebevoll und führt uns mit 3 Bussen nach Maryhill in Manila – das Zentrum heißt „Bukal ng Tipan“ = „Quelle des Bundes“. Nachdem ich viel geschlafen und in den Wachzeiten gelesen oder gearbeitet habe, ist meine Seele noch keineswegs am anderen Ende der Erde angelangt – beim spätabendlichen Snack samt Bier beginnt meine Seele nachzukommen. Der Blick von oben über die Skyline von Manila ist überwältigend…

 

Der erste Manila-Tag = Mittwoch war durch die Grundinformationen am Vormittag geprägt: Father Marc erzählt seine Werde-Geschichte, wie er vom Kennenlernen der Situation über lange Jahre des Tuns für die Menschen langsam und auch schmerzhaft zu einem Tun mit den Menschen sich durchringen musste. Der ihm aufgetragene Weg, Linien des II. Vatikanums hier einzubringen, musste erst selbst durchwandert werden. Es bleibt mir die Frage: Wie kann unser/mein Tun noch viel intensiver von einem Tun für meine Leute zu einem Tun mit ihnen werden. Wie lässt sich Pfarre so organisieren, dass wirklich alle beteiligt sind  ein Anliegen, das Father Marc als Schlüssel für das meiste betont. Und: Father Marc stellt Estella vor, eine Theologin, die uns den Kurs begleiten wird – „wenn Ihr mir theologische Fragen stellt, dann gebe ich sie weiter: Da ist Estella zuständig!“ Ich zweifle sehr, ob das in ähnlicher Situation jeder Wiener Priester so sehen & sagen würde…

 

Dann quer durch den Manila-Stau (es war die sachte Variante, da wir das Zentrum bewusst umfahren haben) zum Flughafen und 1 ½ Stunden auf die große Insel Negros im Süden – dort ist eine Außenstelle der Organisation = „Marianshore“: Wunderbar angelegt am Meeresstrand, wo allerdings gleich dazu zu sagen ist: Leider ohne Meer-Bademöglichkeit! 😉

Flugverspätung und Zeitverzögerungen machte das „Begrüßungsmahl bei Sonnenuntergang“ zu einem nächtlichen Schmaus in herrlicher Atmosphäre…

 

Donnerstag, 21. Jänner: Wir starten nach einführenden Worten zu Haus und Abläufen (die exzellent organisiert sind) mit einer 2tägigen Einkehrzeit („Retreat“ – Besinnungszeit) im Geiste der Basic-Ecclesial-Communities („BEC“): Kirche setzt hier als „Kirche auf Nachbarschafts-Level“ an: Es gilt, Menschen wirklich in ihre christliche Verantwortung zu rufen und zu ermächtigen. Und da kann’s dann für eine Einführung wie die unsere nur ein „Learning by doing“ geben.

 

Nach einigen Grund-Infos über Ort und Insel beginnt es mit der „Inthronisation der Bibel“: Gemeinsam wird zu Musik tanzend von uns allen die Bibel in den Saal gebracht, würdevoll in der Mitte zur Geltung gebracht – jede/r ist eingeladen, ein persönliches Zeichen der Verehrung zu setzen. Gleich zu Beginn wird der hohe Stellenwert spürbar, den Bibel hier genießt. Und mit vielfältigen Methoden des Lesens steigen wir in die „Brotvermehrungsperikope“ bei Johannes (Jh 6,1-15) ein, die uns 2 Tage inspirieren wird. Ein kleines Team (Laientheolog/inn/en und Priester) gestalten abwechselnd und spürbar gut aufeinander eingespielt die nächsten Einheiten. Mit kreativer Vielfalt biblischer Methoden nähern wir uns dem, was und Jesus heute durch diese Worte sagt. Wenn ich an manch fade Bibel-Durcharbeitungen denke: Welch inspirierende Zugänge und bewegende Methoden scheinen hier üblich zu sein! Ich fürchte, das wird in Europa viel zu wenig so gelehrt.

 

Immer wieder fließt ein, wie kirchliches Leben in Form der BEC (der kleinen Basisgemeinden) verstanden wird:

1) „BEC überwinden die Kluft zwischen Kirche und Alltag“ – so der erste Leitsatz: Estella erinnert an die auch bei uns oftmalige Erfahrung, dass viele getaufte Christen wenig Bezug  zwischen „frommer Botschaft der Bibel oder der Kirche“ und ihrer normalen Lebenswelt spüren. Hiesige Basisgemeinden versuchen, für das alltägliche Leben aus der Bibel Inspiration und Antwort abzuleiten.

 

2) Spannung zwischen „Möglichkeiten“ (wie sie Andreas mit dem Vorstellen des Buben sucht) und „Einschränkungen“ (wie Philippus mit seinen Einwänden gleich klar macht): In diesen Spannungen stehen & und bewegen wir uns. Es geht um Unterscheidung und Entscheidung – und genau in diesen Diskussionen & Bibel-Inspirationen entwickelt sich „christlicher Instinkt“. BEC wollen ein Raum sein, wo Menschen anhand von Leben/Alltag/Alltagsfragen das christliche G’spür vertiefen. Es geht, die „Weisheit der Glaubenden“ (sensus fidei) zu fördern und stärken.

 

Eine Leitfrage: Wie wird aus der Biblischen „Menge“ (Jh 6,1) eine Gemeinschaft? – Sie blieb vorerst unbeantwortet. Spürbar wurde sie u. a. in Biblischen Figuren: Jede/r durfte ihre/seine so modellieren, dass sie in die Geschichte passt – und diese Figuren wurden dann interviewt. Nochmals spannender war es dann, mit seiner Figur sich selbst zu positionieren – eine bunte Menge, aber noch wenig Beziehung untereinander.

 

Immer wieder klingt durch, welch zentraler Wert dem Zusammenhang von Glauben und Leben (immer wieder neu durch die Bibel inspiriert) gegeben wird. Und dies bekommt noch einmal eine ganz interessante Facette, wo ein gemeinschaftliches „Sakrament der Heimkehr“ ansteht. Mit unklaren Einschätzungen, was uns da denn erwarten werde, ging ich (wie ich später hörte auch die anderen) in die Kapelle – diese war eigenwillig mit 4 2er-Paaren von Sesseln gestaltet: übereinander, nebeneinander liegend, einer oben – anderer unten usw.  Father Marc hielt eine Einführung zur Bibel-Geschichte vom Barmherzigen Vater – mit der deutlichen Betonung, dass der Sohn ohne Vorbedingungen oder Entschuldigungen von ihm liebevoll zu Hause wieder aufgenommen wurde. Mit diesem Hintergrund gingen wir von Sesselpaar zu Sesselpaar – gemeinsam wurde in die Stille hinein assoziiert, was dieses Bild über Beziehungen aussage. Und dann war – nach einer Zeit des persönlichen Nachdenkens – die spannende Einladung, dass sich jede/r in eine Situation der eigenen Störung von Beziehungen hinein begeben solle: Und zwar wirklich mit seinem ganzen Körper (in der Nähe der Passenden Sessel-Skulptur) das eben dort nachfühlen/nachstellen: Eine hochspannende und tiefgehende Form eines gemeinsamen „Bekenntnisses“ (ohne ein „Seelenstriptease“ vor anderen hinzulegen). Nach gewisser Zeit gingen Father Marc und ein zweiter Priester zu jede/m, beugte sich hinunter, segnete, dann die Lossprechungsformel – und: Sie hoben jeden einzelnen wieder in den Stand und es folgte mit einem liebevollen „Welcome home!“ eine herzhafte Umarmung. Versöhnung lässt sich nicht für sich behalten – sie breitet sich aus: Mit gegenseitigem Zusprechen von Frieden und Versöhnung (zumeist ebenso mit Umarmung ausgedrückt) schlossen wir untereinander diese berührende und tiefgehende Art des Buße-Feierns ab. Ich hatte den Eindruck, dass dies nicht nur persönlich gut tat, sondern auch mit der Gruppe manches in Bewegung setzte – Gottes Geist wirkt! Und: Es war sicher drastisch tiefere Erfahrung des Sakramentes der Buße als vielfältige Beichten nach üblichem Ablauf.

Bei Abendessen und Gesprächen war noch ein längerer Abend am Programm.

 

Freitag – 2. Einkehrtag: Wieder Start mit einem gemeinsamen Tanz „Talita kum – Mädchen, stehe auf!“ – mir tut’s gut, dass hier die Bibelarbeit nicht verkopft, sondern sehr ganzheitlich angelegt ist. Interessant danach: Die Bibelstelle einer 2. Person ins Ohr zu flüstern… – es klingt ganz anders, vertraut, intim!

 

Den 3 Gesten Jesu mit dem Brot: „segnen – brechen – ihnen geben“ wurden nachgegangen: Wo fühle ich mich primär hingezogen (was bei mir eindeutig das „gesegnet sein“ war). Dies galt es, in diesen 3 Gruppen darzustellen: Mit Bewegung und Tönen. Spannend wurde es, als die Einladung folgte, diese 3 Gruppen (die bisher ja thematisch unter sich waren) in ein gewisses Miteinander zu führen – eine erste, gewisse Spannung war spürbar. Aber vielleicht ist genau dies ein Weg einer Gemeinschafts-Werdung, wie auch der persönlichen Weiterentwicklung: Nicht einfach bequem in meinem mir Gewohnten zu bleiben, sondern mich auf andere/s einzulassen, mich dem auszusetzen…

 

Der Nachmittag begann mit einer eher müden Reflexion – dann ging’s zu einer Messe in der herrlichen Kapelle mit Direktblick (hinter dem Altar) zu Strand und Meer. Nochmals das Brot-Evangelium – wo Father Marc den thematischen Schluss-Punkt einleitete: BECs bilden einen Raum, wo Visionen entwickelt werden können, sie sind ein „Korb“ für Ideen – und trauen darauf, dass Gott – wenn ich meines beitrage – Wunder bewirkt! Dies in einem Gabenbereitungsakt ausgedrückt führte in die Eucharistiefeier über, die ihren feiernden Abschluss bei einem fröhlichen Umtrunk am Dach des Hauses fand, wo der Sonnenuntergang im Meer die malerische Kulisse bildete.

 

Dann ging‘s zum Abendessen – wie immer auf der Terrasse und köstlich zubereitet (es gibt zu allen Mahlzeiten eher leer schmeckenden Reis, aber dann köstlichen Fisch, Gemüse, als Nachspeise Früchte, aber auch andere Köstlichkeiten). Beim Bier klingt der Abend aus. Ich unterhalte mich noch über die vielfältigen Ähnlichkeiten, ja Übereinstimmungen zwischen brasilianischen Basisgemeinden (welche die römische Kirchenleitung noch vor wenigen Jahren mehr als scheel angesehen hat) und der hiesigen BEC-Form. Auch kenne ich das Anliegen, dass Glauben und Leben zusammenfallen müssen, aus meinen eigenen Pastoral-Zugängen sehr. Noch bin ich über das Wie nicht viel weiter: Welche neuen Impulse kann ich mir (neben konkreten Bibel-Methoden) für meine Arbeit zu Hause mitnehmen – aber die ersten Tage spüren sich vielversprechend an. Nach längerem Plausch verschwinde ich in meinem Zimmer und schreibe diese Zeilen… – Gute Nacht!

 

 

Fotos & Berichte von anderen: Siehe Blog https://www.erzdioezese-wien.at/blog/b10596 – unter dem Bild auf „weiterlesen“ gehen!

 

Unser Weg zur gemeinsamen Pfarre in mehreren Gemeinden

Am Sa, 9. 1. 2016 gab es eine gemeinsame PGR-Klausur – hier die Ergebnisse, sowie unser weiterer Weg:

 

Unsere „Gemeinsame Pfarre in mehreren Gemeinden“

Schon jahrelang wird davon geredet, bei uns gab es 2 Jahre Planungen & Gespräche – jetzt gilt es, „Nägel mit Köpfen“ zu machen. Worum geht’s? Eingebettet in eine groß angelegte Diözesanreform gilt es, für uns als Kirche, wie konkret auch als Pfarre, unseren „Auftrag“ von Gott neu in den Blick zu nehmen (was will er heute von uns; Bischof: „Mission first“), statt unhinterfragt das Gewohnte weiter zu verwalten. Das hat zur Folge, gemeinsam neu „in die Schule Jesu zu gehen“ („Jüngerschaftsschule“) und unsere Strukturen dieser heutigen Wirklichkeit anzupassen.

 

Aus dem dritten Punkt folgt die Idee der „gemeinsamen Pfarre in mehreren Gemeinden“ („Pfarre-neu“): In der ganzen Diözese wurde gemeinsam beraten, welche Pfarren für einen gemeinsamen Weg gut zueinander passen – bei unseren Beratungen gab’s im Frühjahr die Einigung: Die Pfarren St. Elisabeth & St. Florian & St. Karl Borromäus (Karlskirche) & St. Thekla & Wieden (Paulanerkirche) bilden unseren „Entwicklungsraum 4/+5“. Und wir planen, mit der „gemeinsamen Pfarre in mehreren Gemeinden“ („Pfarre neu“) mit 1. 1. 2017 zu beginnen.

 

Was heißt „Gemeinsame Pfarre in mehreren Gemeinden“ („Pfarre neu“)?

Grundsätzlich soll (muss) sich das Leben weiterhin in unseren gewohnten Gemeinden ereignen: Wenn nicht (Alltags-)Leben & Glauben (Gottesdienst/Feiern…) zusammen fallen, dann wäre es nicht mehr christlich.

Also: Weiterhin Sonntagsgottesdienste & Gruppentreffen in St. Elisabeth & St. Florian, weiterhin Flohmärkte & Feste, Ministranten und Caritas u. v. a. m.

Aber: Dies unter dem Dach einer gemeinsamen Pfarre, wo viel einfacher Schwerpunkte gesetzt, Informationen ausgetauscht oder Kooperationen gelebt werden können. In manchen Bereichen läuft’s gemeinsam besser (z. B.: Sternsinger für manche Sonder-Besuche gemeinsam); manches ist in der konkreten Gemeinde nicht mehr umsetzbar (schon längst sind wir deutlich weniger als 50% Katholik/inn/en in Wien) – durch Schwerpunktsetzung oder Zusammenarbeit wird’s trotzdem möglich & zugänglich.

Der gemeinsame PGR wird auf das größere Miteinander schauen – in jeder Gemeinde gibt es eine „Gemeindeausschuss“ (in etwa das, was bisher der PGR war) vor Ort, der das Leben gestaltet. Finanzen werden gemeinsam letztverantwortet, aber in konkreten Zuordnungen gerechnet und verwaltet (jede Gemeinde bekommt ein Budget).

Hauptamtliche Seelsorger/innen (Priester, PAss etc.) koordinieren ihre Arbeiten, können Schwerpunkte setzen – aber wichtig: Auch hier braucht’s natürlich Vertrautheit und Gewohntes (z. B.: ein Priester ist hauptsächlich in 2 konkreten Gemeinden tätig, … ).

Also: Es geht nicht um Zentralisierung oder Schließung, sondern primär um verstärktes Leben am Ort (in den „Gemeinden“), in deren Dienst das größere Miteinander der „Pfarre“ steht.

Das „Leben“ ereignet sich weiter vor Ort („Gemeinde St. Elisabeth; Gemeinde St. Florian“); das größere Miteinander „Pfarre“ verbindet, koordiniert, setzt Schwerpunkte: Wir gehören zusammen…

Wird jetzt alles anders? Ja, es wird sich einiges ändern – aber gar nicht primär, weil wir uns neu organisieren (Pfarre neu), sondern vor allem, weil die Wirklichkeit sich längst geändert hat und wir als Kirche/Pfarre für die Wirklichkeit der Menschen da sind (W.Lambert: „Gott umarmt uns durch die Wirklichkeit“); wir können nicht mit Formen von vor 50 Jahren (so gut diese auch waren) heute Pfarre/Kirche im Auftrag Jesu leben – Jesus ist heute Wirklichkeit. Dem wollen wir gemeinsam im größeren Miteinander, aber gelebt in unseren konkreten Gemeinden Rechnung tragen!

 

Warum den Start mit 1. 1. 2017?

Für manche geht das jetzt sehr schnell; andere können’s (nach viele Monaten der Vorarbeiten, Gesprächen, Sitzungen, Abklärungen etc.) schon nicht mehr erwarten; aber: Warum gerade dieses Datum?

 

-) Es gab beim genauen Hinschauen (in den PGRs, in div. Gesprächen, bei der gemeinsamen PGR-Klausur, …) ganz stark das Gefühl: „Die Zeit ist reif!“

-) Es gab in den letzten Monaten viele Gruppen & Gespräche – DIE Chance, hier gleich anzuknüpfen (warum diese jetzt unterbrechen und erst später fortsetzen?)

-) Das Ziel „Pfarre neu“ ist für unsere ganze Diözese verbindlich vorgegeben – in den nächsten Jahren sollen alle Pfarren so umorganisiert werden. Also: Das Ziel ist klar – warum zuwarten?

-) Umso früher, desto mehr haben wir Gestaltungsspielraum – die letzten müssen sich nach dem richten, was andere erprobt und entworfen haben („Noch können wir die ‚Spielregeln‘ kräftig mit beeinflussen…!“); Und: Die Diözese hat für „die ersten“ ein Mehr an Unterstützungsangeboten zugesagt!

-) PGR-Wahl 19. 3. 2017: Es wäre widersinnig, ein neues Team zu wählen, aber dieses z. B. mit Ende 2017 aufzulösen und mit neuer Pfarre neu zu wählen

-) Die Erfahrung aller ähnlichen Umstellungsprojekte zeigt: Die Umstellung braucht Kraft – und viel „alltägliche Arbeit“ findet nicht so gut Raum. Also: Stellen wir zügig um, um uns dann wieder unseren eigentlichen gemeindlichen & pastoralen & caritativen Aufgaben widmen zu können.

-) Und ganz wichtig: Veränderung schafft viele Verunsicherungen: Wie wird das? Haben wir dann noch eine Messe (nochmals klar und deutlich: JA!), werden wir unseren Priester kennen (auch hier: JA!)

oder ist jeden Sonntag wer and’rer da (NEIN!)?, Darf ich dann noch…? (JA!) usw. Klare Fakten geben Orientierung und machen, die (hoffentlich gut gestaltete) Wirklichkeit spürbar, statt irrealen Ängsten oder falschen Gerüchten Raum zu geben…

 

Bitte helft mit / Veranstaltungen etc.

Information zu Situation & Ideen, Planungen & „Was ist bisher geschehen – wo wollen wir hin?“:

St. Florian: So, 17. 1. im Rahmen der 9.30-Uhr-Messe

St. Elisabeth: So, 21. 2. 2016, 10 Uhr (zwischen 9- und 10.30-Uhr-Messe)

 

offener Gemeinde-Abend zur „gemeinsamen Pfarre in mehreren Gemeinden“

… ausführliche Informationen, Diskussion, Meinungen einholen, was braucht’s dass unsere Gemeinde St. Elisabeth/Florian in Zukunft gut ihr Leben entwickeln kann etc.

St. Florian: Fr, 26. 2. 2016, 19 Uhr       St. Elisabeth: Di, 8. 3. 2016, 19 Uhr

 

Wie soll die neu Pfarre heißen?

Die Namen unserer „Gemeinden“ sind klar: Selbstverständlich heißen wir weiter St. Elisabeth, St. Florian etc. Aber: Wie soll die uns verbindende, gemeinsame Pfarre heißen?

Wir suchen Vorschläge – die diözesanen Vorgaben gehen in logische Richtungen: Sie kann nach Jesus (z. B. „Christus am Wienerberg“), nach Dreifaltigkeit oder speziellen Festen oder Heilsereignissen („Emmaus“, „göttliches Wort“, etc.) oder nach Heiligen oder Seligen benannt werden (vgl. Diözesanblatt 2016-01).

Ideen bitte bis 31. März (wichtig: Mit „Begründung“) in den Pfarrbüros abgeben oder direkt per eMail an meinvorschlag.wien4mit5@gmail.com

 

Mitarbeit in Arbeitsgruppen – willkommen!

Es geht um die Frage, wie wir unser Miteinander in diesem Bereich in Zukunft gestalten wollen – kommt und denkt mit:

 

Visionen: Themenanwältin: Nadja Henrich (Pfarre St. Florian); 1. Treffen: war am Fr, 15. 1. 2016 in St. Florian

– spannende Ideen, Neu-Ansätze, „das haben wir noch nie probiert“, Wunschvorstellungen, …

Arbeitsgruppe Visionen - Plakat 2016_01_09 - neu

Spirituelle Verankerung: Themenanwalt: Martin Sinnhuber (Pfarre St. Florian); 1. Treffen: Mi, 20. 1. 2016 in St. Florian (17.30 Uhr Anbetung, 18.30 Uhr Messe, anschl. Besprechung)

– (u. a.) Klärung (Auflistung) von Anregungen/Punkten zur Frage: Was braucht’s, damit unser Weg der nächsten Monate gut in Gott und seinem Auftrag an uns verankert ist?

Arbeitsgruppe Spirituelle Verankerung - Plakat 2016_01_09 - neu

Kommunikation: Themenanwalt: Rudi Tuppa (Pfarre St. Karl);
1. Treffen: Fr, 22. 1. 2016, 19.30 Uhr in St. Thekla:

Kooperation & Zusammenarbeit bei Homepages, Pfarrzeitungen, Facebook, usw.;

– darin auch: Wie kann der laufende Prozess am besten kommuniziert werden?

Arbeitsgruppe Kommunikation - Plakat 2016_01_09 - neu

Verkündigung: Themenanwalt: Alphons Pachta Rayhofen (Pfarre St. Florian); 1. Treffen: Mo, 12. 2. 2016, 16 Uhr in St. Florian

– Kooperation & Zusammenarbeit in den vielfältigen Verkündigungsbereichen: Erstkommunions- & Firmvorbereitung, Ehe-Seminare, Bildungsveranstaltungen, weitere Initiativen des „Hinausgehens“, … Was soll in den einzelnen Gemeinden (unterschiedlich) oder gemeinsam koordiniert/abgestimmt sein?

Arbeitsgruppe Verkündigung - Plakat 2016_01_09 - neu

Finanzen: Themenanwalt: Ulli Flamm (Pfarre St. Florian);
1. Treffen: Di, 23. 2. 2016, 19.30 Uhr in St. Elisabeth;

– Organisation der Buchhaltung, Klärung der Zuständigkeiten, wer sorgt für welche Häuser/Immobilien (Sorge ums Gebäude, Schneeschaufeln, …), …. Durchsicht div. Checklisten.

Arbeitsgruppe Finanzen - Plakat 2016_01_09 - neu

Gemeinschaft: Themenanwältin: Kathi Neuditschko (Pfarre St. Thekla);
1. Treffen: Di, 23. 2. 2016, 19.30 Uhr in St. Thekla

– Kooperation & Zusammenarbeit: Was läuft schon, was wollen wir angehen? Was soll bewusst in der einzelnen Gemeinde bleiben – was hat gemeinsam größere Chancen?…

andere (parallel längst wirkende) Gruppen(Verantwortliche) z. B. Jungscharleiter/innen oder Senioren-ChefInnen… einbeziehen.

Arbeitsgruppe Gemeinschaft - Plakat 2016_01_09 - neu

Projekte: Themenanwältin: Nina Sevelda-Platzl (Pfarre St. Elisabeth); 1. Treffen: Mitte/Ende Februar 2016

– Kommunikationsvernetzungskonzept für zukünftige Projekte erstellen

Arbeitsgruppe Projekte - Plakat 2016_01_09 - neu

Caritas: Themenanwältin: Elisabeth Wlaschütz (Pfarre St. Florian); 1. Treffen: Di, 8. 3. 2106, 18 Uhr in St. Florian

– Kooperation & Zusammenarbeit: Was läuft schon, was wollen wir angehen? Was soll bewusst in der einzelnen Gemeinde bleiben – was hat gemeinsam größere Chancen?

Arbeitsgruppe Caritas - Plakat 2016_01_09 - neu

Liturgie: Themenanwältin: Dagmar Merbaul (Pfarre St. Thekla); 1. Treffen: März 2016

– Kooperation & Zusammenarbeit: Was läuft schon, was wollen wir angehen? Was soll bewusst in der einzelnen Gemeinde bleiben – was hat gemeinsam größere Chancen? darunter u. a.: Abstimmung von Sonntagsgottesdiensten, Lokaltraditionen, Was bewusst angleichen? neue Gottesdienstformen, …

Arbeitsgruppe Liturgie - Plakat 2016_01_09 - neu

Viele Infos auch auf der Homepage unseres diözesanen Projekt-Teams: http://www.apg21.at

 

Rückfragen, Anregungen etc.: bitte an

St. Elisabeth: Franz Josef Maringer (franz-josef.maringer(at)chello.at; Tel: 0676 / 82 10 63 72)

St. Florian: Peter Tschulik (peter.tschulik(at)chello.at; Tel: 0664 / 420 23 58)

oder direkt an Koordinator Pfarrer Gerald Gump (Gerald.Gump(at)zurFrohenBotschaft.at; 01 / 505 50 60)

 

2016_01_09_ER-PGR-Klausur, HStß (144) - klein

Fotos: Harald Strasser & Johann Zirbs

EliFlo-Infos mit dem neuen EliFlo live vom So, 17. 1. 2016 (Ausgabe 4)

Liebe Freunde in St. Elisabeth und St. Florian!

 

Heute gibt’s viel zu lesen…

 

Im beigefügten EliFlo live: Neben den normal laufenden Infos gibt’s natürlich einen Rückblick auf die Weihnachtszeit und die Sternsinger und die Jahres-Statistik 2015, vor allem aber – 2 Seiten unten dran – viele Infos zur „gemeinsamen Pfarre in mehreren Gemeinden“ („Pfarre-neu“): Letzten Samstag gab es eine sehr gute, gemeinsame Pfarrgemeinderatsklausur dazu, vieles ist neu auf den Weg gebracht – und ich habe den Eindruck, dass es ein guter Weg ist.

Große Bitte an Euch alle: Seht Euch all die Informationen gut durch, diskutiert mit, erarbeitet Ideen, kommt zu den Info-Veranstaltungen, macht bei den Arbeitsgruppen mit, … – es geht schließlich um etwas ganz Kostbares: Unsere Gemeinde/n!

Rückmeldungen, Anregungen, Ideen bitte an unsere Pfarrgemeinderäte, insbesonders an die beiden Stv. Vorsitzenden Franz Josef (Maringer franz-josef.maringer@chello.at; Tel: 0676 / 82 10 63 72 – für St. Elisabeth) und Peter (Tschulik peter.tschulik@chello.at; Tel: 0664 / 420 23 58 – für St.Florian), die die jeweiligen Pfarren auch im Koordinations-Team vertreten.

Oder natürlich gerne auch an mich: Gerald.Gump(at)zurFrohenBotschat.at;
01 / 505 50 60

Auch haben wir dafür eine eigene eMail-Adresse eingerichtet: meinvorschlag.wien4mit5@gmail.com

 

Weiters finden sich in der Beilage:

Für Schnell-Entschlossene eine Einladung zum „Orgelpunsch“ heute Sonntag in St. Florian

Infos zur gemeinsamen Wallfahrt nach Mariazell

 

Auf der St.-Elisabeth-Homepage gibt’s Neuigkeiten anzusehen: Willkommensfeier der Erstkommunionskinder, sowie Bilder und ausführlicher Bericht zur Sternsingeraktion beider Pfarren,

 

Ich selbst bin ab übermorgen Montag abends auf einer Studienreise mit unserer Diözese – aber per eMail erreichbar!

Ich wünsche Euch allen einen fröhlichen Sonntag!

Euer

Gerald

EliFlo live – 2016_01_17

Einladung zur Pfarrwallfahrt nach Mariazell

Entwicklungsraum Wien 4 mit 5
St. Elisabeth – St. Florian – St. Karl – St. Thekla – Wieden/Paulaner

Gemeinsam auf dem Weg der Barmherzigkeit

Vom 5. bis 8.Mai 2016 wollen wir uns gemeinsam erstmals auf den Weg nach Mariazell machen. Wandernd, singend und betend wollen wir auf unsere innere Stimme hören und uns besser kennenlernen.
Dazu bieten wir drei Varianten an:

Variante 1:

Wanderung von Heiligenkreuz nach Mariazell (ca. 100 km) auf der Via Sacra für geuübte Wanderer (An-und Abreise per Bus, für ein Gepäcksservice wird gesorgt)
• Start am Do 5. Mai (Christi Himmelfahrt) in Heiligenkreuz mit einem Gottesdienst, Fußweg nach Kaumberg (ca. 25 km) mit Besuch der heiligen Pforte in Klein Mariazell
• Fr 6. Mai zweite Etappe von Kaumbergnach Lilienfeld (ca. 33 km)
• Sa 7. Mai dritte Etappe von Lilienfeld nach Annaberg (ca. 29 km)
• So 8. Mai vierte Etappe von Annaberg nach Mariazell(ca. 20 km)mit einer gemeinsamen Pilgermesse in der Basilika

Variante 2:

Kurze Wanderung von der Sebastianikirchenach Mariazell(ca. 2 Stunden) am So 8. Mai (An-und Abreise per Bus)

Variante 3:

Bustransfer von Wien nach Mariazellam So 8. Mai und Besuch der gemeinsamen Pilgermesse in der Basilika

Weitere Informationen bei

Franz Josef Maringer (0676/82106372,
Franz-Josef.Maringer(at)zurFrohenBotschaft.at)

oder Peter Tschulik (0664/4202358),
peter.tschulik(at)chello.at

Anmeldung siehe angehängter Folder:

Einladung Pilgerfahrt nach Mariazell